Einstiger Kindersoldat engagiert sich bei Amnesty International

Dresdner Friedenspreis 2014 für Emmanuel Jal

Am 16. Februar 2014 wird der ehemalige sudanesische Kindersoldat Emmanuel Jal, heute Friedensaktivist und gefeierter Rap-Star, in der Semperoper mit dem 5. Internationalen Friedenspreis „Dresden-Preis“ ausgezeichnet. Zur Begründung der Preisvergabe sagt Nobelpreisträger Günter Blobel, Präsident der „Friends of Dresden“, New York, und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der „Friends of Dresden Deutschland“:

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Emmanuel Jal erhält 2014 den Dresdner Friedenspreis
Foto: David Shankbone, Quelle: Wikimedia

„Mit neun Jahren hatte Emmanuel Jal ein erstes Mal eine Mordwaffe in der Hand.  Er war  einer von Zehntausenden sudanesischen Kindersoldaten. Viele, die als Kinder in den Trainingscamps auf Hass und Krieg  konditioniert wurden, fanden nie zurück in ein anderes Leben. Aber er hat es zurück geschafft in ein Leben ohne Gewalt. Heute begreift er sich als Friedenssoldat und engagiert sich unter anderem bei Amnesty international. Als international bekannter Rap-Star erzählt er seine Geschichte in der ganzen Welt mit dem Ziel zu verhindern, dass Kinder in Konflikten als Soldaten missbraucht werden.“

Emmanuel Jal war elf Jahre alt bei seiner ersten Schlacht im sudanesischen Bürgerkrieg,  der zwei Millionen Menschen das Leben kostete und 21 Jahre dauerte. Mit Hilfe einer britischen Mitarbeiterin der Hilfsorganisation „Street kids“ konnte er nach Kenia fliehen und dort die Schule besuchen. Mit 19 gründete er eine Hilfsorganisation für ehemalige „Lost Boys“, wie die Kindersoldaten vom Sudan genannt werden. Im Jahr 2005 wurde er in ganz Afrika mit seinem Song „Gua“ (Frieden) zu einem Star. Ein Jahr darauf kam mit seinem  Album “Ceasefire” (“Waffenstillstand”) der internationale Durchbruch. In seinen Songs erzählt er seine  Geschichte und verbreitet seine Friedensbotschaft. Er trat bei Live 8 auf und beim Mandela-Konzert im Londoner Hyde-Park. Peter Gabriel, der ihn mit dem jungen Bob Marley verglich, sagte über ihn: „Er kam aus dem Horror und einer brutalen Kindheit mit einer klaren Stimme gegen Gewalt.“

Der mit 25 000 Euro dotierte Preis wird jährlich in der Semperoper vergeben. Erster Preisträger war im Jahr 2010 der Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow, der für sein Engagement für die atomare Abrüstung in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts verliehen wurde. Im Jahr 2011 wurde Daniel Barenboims beispielhafter Einsatz  für einen Dialog im Nahen Osten geehrt.

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Über Raphaela Kaltenhäuser

Raphaela Kaltenhäuser | Freie Journalistin Klassische Musikszene Dresden

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