Nouvelle Chanson mit Balkanklängen

Norig verzaubert mit „Ionela“

Nein, es ist nicht nur Norigs Stimme, die „Ionela“ (LDC Studio) so besonders macht. Es ist auch nicht allein der eigenartige und betörende Stilmix den die Französin mit spanischen Wurzeln kredenzt. Es sind auch die fein beobachteten Geschichten und anvertrauten Betrachtungen, die sie auf ihrem Zweitwerk poesiegenährt erzählt, die zum Gesamtkunstwerk „Ionela“ beitragen, das ab dem 17. Januar auch in Deutschland erhältlich ist. Dann gilt es mit Norig auf Entdeckungsreise zu gehen, irgendwo zwischen den Schluchten des Balkans, dem Zug der Sinti und Roma und kosmopolitisch formulierter Frankophonie.

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Norig und Ionela (LCD Studio / Broken Silence)

Norig und Ionela (LCD Studio / Broken Silence)

Mit zwölf Jahren widmete sich Norig dem Klavierspiel, doch ihre Liebe zur Musik entdeckte sie in den Klängen der Sinti und Roma -Tradition, die ihr auf dem Soundtrack zum Emir Kusturica-cineastischen Meisterwerk „Die Zeit der Zigeuner“ begegneten. 2002 trat sie erstmals mit einem Repertoire an Gypsy-Songs auf, vier Jahre später erschien ihr viel beachteter Erstling „Gadji“. Dann traf sie den Regisseur Tony Gatlif („Beste Regie“, Cannes 2004 für „Exil“), eine Begegnung, die eine bis heute währende kreative Allianz begründete. Seitdem arbeitet Norig eng mit dem Filmemacher zusammen, so zum Beispiel für eine Dokumentation über den zuletzt auch in Deutschland zum Bestseller avancierten Philosophen Stephane Hessel („Empört euch“).

Dennoch hat Norig die Zeit gefunden, sich um ihr eigenes Projekt und dem daraus hervorgehenden Zweitwerk „Ionela“ zu widmen. Die Kompositionen von Sébastien Giniaux krönt sie mit einer Stimme, die sie auch zu einer hervorragenden Fado-Sängerin prädestinieren würde. Leid, Sehnsucht und Schicksal der einfachen Menschen und leicht(sinnig)en Mädchen wie die titelgebende „Ionela“, die im Gefängnis einsitzt, den Geruch der Erzminen („Fleurs de Paradis“), die Erinnerung an ein inzwischen verkommenes Arbeiterviertel in Montpellier („Les Barques“). Aber auch Norigs Bezüge zu Persönlichkeiten der Kunst- und Kulturgeschichte – Frida Kahlo („Sollozo un Canto“), W. W. Majakowski („Nuage en pantalon“), Serge Gainsbourg („L‘ Aquoiboniste“) versprühen Charme und Eleganz.

Musikalisch unerhört vielfältig lässt sich kein einziger Song auf eine klare Linie reduzieren. Jazz, Chanson und Balkan-Folk sind nur die Hauptzutaten, die durch zahlreiche Sprengsel aus etlichen mehr oder weniger artverwandten Ecken ergänzt und verfeinert werden. Da lohnt es sich umso mehr, die Einladung Norigs zu einer musikalischen Entdeckungsreise anzunehmen.

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