Brain Damage Meets Vibronics

Dub Gipfeltreffen auf „Empire Soldiers“

Schlagabtausch der europäischen Dub-Schwergewichte um den schönsten Hall des kommenden Jahres. In der linken Ecke der französische Dub-Pionier Brain Damage. Und schräg gegenüber das Dub -Kollektiv Vibronics aus der Snooker-Stadt Leicester. Doch schon in der ersten Runde wird klar, dass hier niemand angezählt wird. Im Gegenteil: Die vermeintlichen Kombattanten klammern sich aneinander fest, in Freundschaft und Schaffenskraft. Der Ringrichter macht Feierabend. Brain Damage und Vibronics feiern mit „Empire Soldiers“ (Jarring Effects) ihr Gipfeltreffen, ab 17. Januar auch auf hiesigen Turntables (als DoLP, auch als DoCD erhältlich). „Do U Dub“, die Vollbedienung!

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Brain Damage & Vibronics (Jarring Effects / Broken Sound)

Brain Damage & Vibronics (Jarring Effects / Broken Sound)

Schon seit Ende der neunziger Jahre bildet Martin Nathan aus Saint-Étienne alias Brain Damage gemeinsam mit High Tone und Kaly Live Dub (die dieser Tage gleichfalls ein hervorragendes Album veröffentlichen) die Speerspitze der hyperaktiven französischen (Electronic-)Dub-Reggae-Szene. Astreine Vorgängeralben wie „Ashes to ashes, Dub to dub“ (2004) oder „Burning before sunset“ (2010) dürften für diese Position die Hauptschuld tragen. Oder auch die zahlreichen Kollaborationen mit Szenegrößen wie den Disciples, Mark Stewart oder Scorn. Es war demnach nur eine Frage der Zeit, bis Monsieur Nathan sich mit den herrlichen Sound-Freaks von der Insel austoben würde.

„Neuve chapelle“, so ziemlich gegen Mitte der ersten Scheibe (die zweite enthält die üblichen, abgefahren ausgestalteten Remixe), bringt die Angelegenheit noch am ehesten auf einen Nenner. Nicht nur das die Tiefbässe anständig wummern und die Effektmaschinerie gut abgehangen die Förderbänder im Schlachthaus durchläuft. Es besticht die Melodik, die mit zartbitterer Note ein aufrichtiges Gefühl von Verlust und Aufruhr vermittelt. Es verwundert durchaus, dass dieses Gipfeltreffen nicht in orgiastischen Wüsteneien ausartet, sondern die Songstruktur nahezu durchgängig die Oberhand behält.

Und wenn man sich über die Bedeutung des niederländischen Wörtchens „Kut“ im Klaren ist, braucht einen der Humor der Dub-Waffenbrüder nicht weiter zu verwundern, wenn auf den Track „Siege of Kut“ die Nummer „Flanders“ folgt. Das hier ergibt alles irgendwie mehr Sinn als erwartet, das ist erfreulich und verstörend zugleich, verstörend erfreulich sozusagen.

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