Top 30 (Teil 1)

Die hohe Kunst des Intros

Im besten Fall ist die Titelsequenz einer Serie ein kleines autarkes Kunstwerk. Allein deshalb lohnt sich schon die Beschäftigung mit dem Thema. Gerade läuft eure Lieblingsserie. Fühlt ihr euch durch das Intro gut eingestimmt und schaut es euch jedes Mal mit Vorfreude auf das Kommende an, oder nutzt Ihr die Gelegenheit noch mal kurz zum Kühlschrank oder aufs Klo zu gehen?

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Top 30 Serienintros, Foto: Mick Baltes

Top 30 Serienintros, Foto: Mick Baltes

Doch gehen wir zunächst einen Schritt zurück. Vor dem Fernsehen war das Kino, und man kann nicht über das Thema Filmvorspann reden, ohne von Saul Bass zu sprechen. Bis in die 50er Jahre war der Vorspann eine bloße Notwendigkeit – Textsequenzen in denen die Credits untergebracht werden mussten. Inhaltlich bestand meist kein Bezug.

Das änderte sich mit Saul Bass. Seine Titelsequenzen stellten stets einen Zusammenhang zum folgenden Film her und schufen im Grafik-Design stets eine Entsprechung zum Film. Als Beispiel sei hier Psycho von Alfred Hitchcock angeführt.

Linien wie Schnitte. Die Distorsion der Titel zeigt bereits an: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Der Janet Leigh Text wird als einziger Text in zwei Teile zerrissen. Das ist bereits eine sehr subtile Vorwegnahme ihres Endes. Die Grafiksequenz schließt mit vertikalen Linien und überblendet dann in die Realaufnahme einer Stadt Wobei die Vertikalen in den Gebäuden noch mal ein Echo finden. Einblendung von Ort, Datum und Uhrzeit. Zufahrt auf ein Fenster. Die Jalousie greift ein letztes Mal die horizontalen Linien auf, bevor dann die Handlung des Films beginnt.

In der Frühzeit des Fernsehens waren Serien (verglichen mit dem Kino)  B-Ware. Das hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten maßgeblich verändert. Viele Hollywood Größen produzieren TV-Serien, gefragte Stars übernehmen Hauptrollen und die Wunderkinder des Fernsehens führen Regie bei Kino-Blockbustern. Es herrscht ein reger Austausch. Und oft heißt es, dass gutes Kino heute im Fernsehen stattfindet. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Titelsequenzen.

Die Intros vieler klassischer Serien folgen meist einem schlichten Muster. Es werden Bilder aus der Serie gezeigt. Die Protagonisten bekommen ihre Nahaufnahme parallel dazu wird ihr Name eingeblendet. (CSI, Magnum,) Ist die Serie an einen bestimmten Ort gebunden werden im Vorspann gerne auch Bilder der Stadt gezeigt (Die Straßen von San Francisco, Einsatz in Manhattan). Richtig gute Intros sind aber meist eigenständige kreative Werke, die sich nicht einfach nur beim Bildmaterial der Serie bedienen.

Zum Schluss der heutigen Folge noch ein kleiner Streifzug durch das Titeldesign von Saul Bass.

Morgen geht es weiter…

*Titelbild: Mick Baltes

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Über Mick Baltes

Jahrgang 1962, studierte Politikwissenschaft und Kunst in Duisburg. Hat Spaß an Blues, Rock und gutem Songwriting. Ist Cineast und TV-Junkie. Arbeitet als Redakteur und Webdesigner.

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