Szenische Aufführung eines dramatischen Oratoriums

Händels „Saul“ kommt auf die Bühne des Kasseler Staatstheaters

Das Staatstheater Kassel rückt den Philistern zu Leibe. Nachdem diese sprichwörtlich gewordenen Gegner der Hebräer im Alten Testament schon in der hörens- und erlebenswerten konzertanten Aufführung von Camille Saint-Saëns’ Oper „Samson und Dalila“ vom Titelhelden letztlich um ihren Tempel gebracht wurden, bekommen sie es in der bevorstehenden Produktion mit dem hebräischen König Saul zu tun.

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Georg Friedrich Händel, Porträt von Thomas Hudson (1701-1779), 1741 (Quelle: Wikimedia Commons)

Georg Friedrich Händel, Porträt von Thomas Hudson (1701-1779), 1741 (Quelle: Wikimedia Commons)

Georg Friedrich Händels gleichnamiges Oratorium in drei Akten hat am Samstag, den 14. Dezember um 19.30 Uhr im Opernhaus des Kasseler Staatstheaters Premiere. Die musikalische Leitung dieser Kooperation mit der Oper Dortmund hat Jörg Halubek.

Hatte man sich bei Saint-Saëns’ zum Oratorium tendierender Oper für eine konzertante Aufführung entschieden, so setzt man im Falle von Händels dramatisch wirkungsvollem Oratorium auf eine szenische Lösung. Diese umzusetzen ist Aufgabe der renommierten Opernregisseurin Katharina Thoma, die dem Kasseler Publikum noch durch ihre Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ in guter Erinnerung ist.

Der Dirigent Jörg Halubek ist in Kassel ebenfalls kein Unbekannter. Der Professor für Historische Aufführungspraxis konnte in der Fuldastadt schon mit Scarlattis „Griselda“ und Vivaldis „L’Olimpiade“ beeindrucken. Als weiterer Gast konnte der aus der Ukraine stammende Countertenor Yuriy Mynenko gewonnen werden. Er wird die Partie des David singen.

Man darf also auf die Kasseler Interpretation der alttestamentarischen Geschichte aus dem 1. Buch Samuel gespannt sein, die Georg Friedrich Händel 1738 mit seinem Librettisten Charles Jennes zu einem dramatischen und wirkungsvollen Oratorium gestaltete. Händels farbig orchestrierte Musik stellt vor allem die seelischen Konflikte der handelnden Personen in den Vordergrund.

Saul, König der Hebräer, hat im Krieg gegen die Philister wenig Glück. Erst der junge David führt mit seinem Sieg über Goliath die Wende herbei. Dafür will ihn Saul mit der Hand seiner Tochter Merab belohnen und hier setzt die Handlung des Oratoriums ein. Es entspinnt sich ein Drama um verschmähte Liebe, Eifersucht und die Tragik eines unsouveränen Königs, das die Frage nach dem Einfluss der Masse, der Macht überhaupt und der Rolle des Individuums stellt. Damit ist dieses auch musikalisch fesselnde Oratorium bis heute höchst aktuell.

Karten gibt es über das Kartentelefon des Staatstheaters Kassel unter 0561.1094-222, im Internet unter www.staatstheater-kassel.de und an der Theaterkasse. Am kommenden Sonntag, dem 1. Dezember, findet um 11 Uhr im Opernfoyer eine Matinee zu Händels „Saul“ statt. Der Eintritt zu dieser von Jürgen Otten moderierten Veranstaltung mit Giulia Glennon am Klavier ist frei.

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