Biedermann und Fitnesstraining

Rooooobert – die Geissens sind wieder da!

Vor langer, langer Zeit, als die Fernsehwelt noch heil und die Privatsender noch jenseits der Zulassungen waren, gellte immer mal wieder am frühen Nachmittag der Ruf „Fuuuury“ durch die deutschen Wohnzimmer. Und dann kam prompt ein prächtiges schwarzes Pferd auf einen kleinen Jungen zu galoppiert, und die nächste Folge der Serie, in der reihenweise Bösewichte zur Strecke gebracht wurden, konnte beginnen. Später gab es David Hasselhoff dann cooler, der Ruf “Kiiiitt!” war kürzer und prägnanter, und es bog auch kein Pferd mehr um die Ecke, sondern ein schwarzer Bolide mit übersinnlichen Fähigkeiten und Sprachmodul. Und heute? Wenn der Ruf „Rooooooooobert“ erschallt, sind wir ganz bestimmt im Privatfernsehen.

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Die Geissens -  Eine schrecklich glamouröse Familie - Butler James hilft beim Basteln (© RTL II )

Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie – Butler James hilft beim Basteln (© RTL II )

Denn auf diese charmante Art pflegt Gattin Carmen Geissen ihren Ehemann in die Mitte der TV Formate zu scheuchen. Die Geissens, das Urbild der durch eigene Kraft zu Reichtum und dank RTL II zu Ruhm gekommenen Glamour-Familie, sind Hauptfiguren in einer Art Pseudo -Doku -Soap, und, ganz ehrlich, im Grunde völlig uninteressant. Aber die Mischung von behauptetem Reichtum (zum Eis Essen mit dem Helikopter fliegen) und banaler Kleinbürgerlichkeit scheint immerhin einen Teil des TV Publikums zu faszinieren. Das Format hält sich schon länger, und wenn der ehemaligen– in Österreich könnte man sagen – “Gwanderl-fabrikant”, der nun gravitätisch halbnackt durch seine Villa in Miami schreitet, jegliche Zumutung seiner Gattin, (einer ehemaligen Miss – Fitness) ihre sportliche Betätigung zu teilen, entrüstet abweist, ist das, unbestritten, wirklich komisch. Was ist über die Folge noch zu berichten? Opa und Oma kommen zu Besuch, es wird gemalt, wobei bei der korrekten Wiedergabe der amerikanischen Flagge der Butler helfen muss. Opa fällt am nächsten Tag gleich mal ins Meer, und der Angelausflug ist von durchschlagendem Misserfolg gekennzeichnet. Was das soll? Uns wohl das Gefühl geben, wir sind richtig nahe dran an der glamourösen Welt. Sind wir aber doch nicht; denn das ist nicht mal im Wulff´schen Sinne Glamour, das ist Kleinbürgertum mit Geld. Mit viel Geld. Amüsieren kann man sich trotzdem, wenn’s zwingend sein muss.

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