Croatia’s Finest

Dani’El schlägt „The Book“ auf

Kennt noch jemand das Wort „astrein“? Aus der Sprachmode gekommen, ist es an der Zeit seine Renaissance zu feiern. Mit „The Book“ (Dita / Conzoom), dem Debütalbum des kroatischen Musikprofessors Dani’El, ist der gebührende Anlass gegeben, denn makelloser lassen sich Dance und Electropop kaum mischen, astrein eben. Fehlt nur noch ein Sommer, der mit diesem Album selbst bei tiefster Winterkälte in greifbare Nähe rückt. Effektiver und gesünder als ein Besuch auf der Sonnenbank, erteilt Dani’El brillante Lektionen in den Fächern „Sehnsucht tanzbar gestalten“, „aus internationaler Erfahrung schöpfen“ und „astreine Produktion“, letztgenannte exekutiert von Techno-House-Mogul Bryan Cox.

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Pop-Professor aus Kroatien: Dani'El (Conzoom Records)

Pop-Professor aus Kroatien: Dani’El (Conzoom Records)

Dani’El bekleidet an der School of Musik zu Zagreb eine Dozentur, wo er seine aus zahlreichen Kooperationen mit namhaften Künstlern, Produzenten und Toningenieuren gewonnene Expertise an seine Studis vermittelt. Aber das genügt einem Vollblutmusiker wie Dani’El natürlich nicht. Also bringt er sich ein, in die Szene der kroatischen Musiker, Regisseure, Fotografen und Stylisten, in den globalen Wettbewerb der Airplays und Dancefloors. Und dies endlich mit einem kompletten Album, das keine Wünsche offenlässt und auf vielen Hochzeiten zum Tanz auffordert.

Elegante Nobel-Beats treffen auf angenehm dezenten Euro-Smash und gefällige Wave-Anleihen. Die akademische Akribie, mit der zu hantieren Dani’El gewohnt sein dürfte, ist dem Ergebnis nicht anzumerken, von Verkopfungen keine Spur. Hier regiert der Flow, der Sommerfrische gewidmet und astrein – in jeder Kategorie, die hier greifen kann. Komposition, Produktion, Intonation auf Top-Niveau, was den Verdacht erhärtet, dass in Kroatien eine Szene herangereift ist, die es mit der internationalen Konkurrenz aufnehmen kann (wie auch schon Ivica Petak oder Pavao Wyrus unter Beweis gestellt haben).

Hervorzuheben ist neben der Hitauskopplung „Safe“, dem feist in den Achtzigern verhafteten „Only you“ und dem hymnischen „Exordium“ das Outro „For a friend“, das mit einer authentischen Seele aufwartet, die das Album über weitere Strecken etwas vermissen lässt. Doch wer moniert, das Album sei um ein paar Nuancen zu klinisch geraten, der jammert auf verdammt hohem Niveau. Was astrein daherkommt, kann auf Blut, Schweiß und Tränen gerne mal verzichten.

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