Wooden Shjips live

Psychedelic Rock in Reinkultur

„Natürlich sind wir in erster Linie eine Rockband“, betont Drummer Omar Ashanuddin im Gespräch mit amusio, „wir brauchen keine bemüht schrägen Arrangements, um gut drauf zu kommen.“ Gewiss nicht. Mit stromlinienförmig durchgezogenen, von Orgel, Bass und Schlagzeug getrieben Rhythmen, die von Eric „Ripley“ Johnsons Gitarrensoli zunächst veredelt, dann gekrönt werden, versetzt die Band aus San Francisco sämtliche Psych-Heads des Abends in bestens gelaunte Verzückung. Ein Sog, ein Drive, ein Wille: Wooden Shjips definieren Homogenialität als Ausdrucksform entspannter Selbstverständlichkeit.

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La vie en rosé: Wooden Shjips (verstärker)

La vie en rosé: Wooden Shjips (verstärker)

Das ehrwürdige „King Georg“ droht aus sämtlichen Nähten zu platzen, schon im Vorfeld ist sich das geneigte Publikum einig: „Mensch, die hätten aber auch einen größeren Laden vollspielen können.“ Womit schon zu Genüge angedeutet sei, dass die „Shjips“ sich auf einem Kurs befinden, der sie in Hallen mit mehr Fassungsvermögen und auf Festivals mit Massenandrang führen wird. Den Status des Geheimtipps (den sie in ihrer Heimat ohnehin schon längst verloren haben) können sie sich schon jetzt in die gepflegten Haare schmieren, der war einmal…

Der Instinkt legt nahe, dass Psychedelia und Psychedelic Rock sich in der Morgenröte eines Revivals bestens gefallen und wiedererkennen. Dabei stehen Eingängigkeit und Drive an erster und zweiter Stelle, allzu viel Gefrickel bleibt außen vor. Das Gefühl bestätigt, was die Natur so hergibt: In einen Strom einzufließen, der schon existierte bevor er zu entdecken war, das macht Laune! Und so gibt Nash Whalen mächtig Tastengas, Omar bearbeitet die Felle stoisch energisch-energetisch, wie auch Dusty Jermier die fetten Saiten … und das alles nur, um „Ripley“ eine profunde Basis für seine beredten Soli zu bieten.

Men at quality time: Wooden Shjips im King Georg (Stephan Wolf)

Men at quality time: Wooden Shjips im King Georg (Stephan Wolf)

„Back to land“, wie das aktuelle Album nahelegt?! Doch schon, aber erst nachdem der Sprung von der Golden Gate Bridge gewagt wurde. Was die Wooden Shjips bieten, das ist nicht nur aller Ehren wert. Es verlangt noch viel mehr: Größere Hallen, wildere Festivals und goldene Schallplatten. „Beim nächsten Mal, Lanxess Arena“, weiß Tastenmeister Nash schon zu skandieren; ein gar reizender Gedanke, zumal der Sound der Shjips auch ohne die Zuhilfenahme von Drogen jeglicher Art für friedfertig beglückte Stimmung zu sorgen weiß, was sonst doch nur Florian Silbereisens Überraschungsfesten zugestanden wird, so es darum geht, Tausende in einen glückseligen Taumel zu versetzen.

Wooden Shjips, eure Bühne ist bereitet. Spielt ihr euch nur noch den Allerwertesten ab (von Brüssel bis Dublin noch in diesem Jahr, im Februar wieder zurück in Europa – am 17. etwa in Hamburg, am 20. in München), wir schrauben ihn euch wieder an, vergoldet.

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