Review zum Staffelfinale, Tod und Ver(d)erben

Sons of Anarchy – S06E13 – A Mother’s Work

Der einzige Ort, an dem Jax “completely open” sein ist kann, ist ein Blatt Papier. Er schreibt, er habe Angst vor dem, was er getan hat, was er tut und zu tun haben wird. Der möchtegernphilosophische Text über Wahrheit und Erinnerung, Ehrlichkeit und Schmerz ist so anstrengend schwülstig, dass ich mich übergeben will.

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Tarampapapa: SEASON FINALE!!! Quelle: Frazer-Harrison-Getty-Images-North-America; “Actress” Maggie-Siff.jpg

Und dann überfährt SAMCRO’s Head Of The Lederjackenrockers eine Taube. Was soll das? Große Worte über Reinwaschung und Seelenreisen auf der einen Seite des Motorrads, auf der anderen kaltherzige Rücksichtslosigkeit? Das Finale der sechsten Staffel heißt A Mother’s Work und ist ein Haufen Arbeit für Tara, Gemma und den Zuschauer. Den beiden gefeatureten Müttern gleitet aus den Händen, was sie schufen: Missratene Söhne. Wobei Abel und Thomas noch Zeit haben, ihr volles Gewaltpotenzial zu entfalten.

Diese Staffel geht mit einer Steakgabel in Taras Hinterkopf zu Ende. Jax gibt den Club ab und seine Freiheit auf. Seine liebevolle, großherzige und unfassbar weibliche Mutter hat gute Arbeit geleistet und wird dafür bezahlen. So funktioniert Karma, was Nero zum Glück schon herausgefunden hat. Juice hilft der Mörderin, und Jax, Mehrfachmörder, darf in der letzten Szene riesige Emotionen zeigen… weinen… zusammenbrechen.

Hach, wie schnulzig und egal zugleich. Ist doch logisch, dass, wer Wind sät, Sturm ernten wird, und Staffel 7 ist bestellt. Sons of Anarchy ist ein bisschen so wie Bushido und sein Dachstuhl. Zusammenhänge und Relevanz sind vollkommen unklar. Was zum Teufel will die Serie dem Zuschauer überhaupt sagen?

Dass auch schlechte, irrelevante und absolut lieblose Geschichten ein Publikum finden.

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Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.

6 Antworten auf Sons of Anarchy – S06E13 – A Mother’s Work

  1. Lieber Vader.

    Ich danke Dir für Deinen konstruktiven Beitrag. Du hast Recht – ich habe die Serie sehr oberflächlich betrachtet, was aber nicht heißt, dass die Serie nicht oberflächlich ist. Hamlet ist ein “künstlerisch wertvolles Stück”, weil Geschichte und Kulturentwicklung es daraus gemacht haben. Aber nur, weil einem Werk der Stempel “Kunst” und “künstlerisch wertvoll” aufgedrückt wurde (von wem auch immer), ist es dadurch noch lange nicht unantastbar. Sollten die Drehbuchautoren von SoA sich auch tatsächlich bei Shakespeare bedient haben, sind damit nicht zwangsläufig ihre Storylines genial. Diese Serie hat auf der Metaebene meines Erachtens nichts zu sagen.

    Breaking Bad ist ein Beispiel für extrem gutes Scripting. Hier gibt es tatsächlich die Frage nach moralisch-ethischen Grauzonen, Grenzenüberschreitungen, die der Mensch sich rechtfertigt und einem epischen Zirkelschluss in allen 5 Staffeln: Wenn du dich mit dem Teufel einlässt, veränderst du nicht den Teufel, sondern der Teufel verändert dich.

    SoA kann das nicht liefern. Die Charaktere drehen sich in ihrer Ego-aufgeblasenen Motorradwelt auf ewig im Kreis. Emotionale Entwicklung konnte ich bislang keine finden. Das ist nicht Shakespear, sondern billiger Kommerz; lediglich gut für die Brieftasche der Produzenten und Schauspieler.

    Oder hast Du etwas für Dich persönlich daraus gelernt? Was hat die Serie Dir mitzugeben?

    Herzliche Grüße;
    bowls

  2. Vader sagt:

    Hallo Götzke,

    Ich denke aufgrund deiner Kritik herauszuhören dass du zwar ein heller Kopf bist, die Serie jedoch mit völlig falschen Augen und nur sehr oberflächlich betrachtet hast. Du hast dich nicht im geringsten auf die Handlung, welche sehr stark von Hamlet ( du west bestimmt wie künstlerisch wertvoll dieses Stück ist ) beeinflusst ist, eingelassen. Der zwist zwischen stiefvater und sohn, der getötete leibliche vater, die vertuschung in welche die leibliche mutter verstrickt ist, all diese elemente erinnern doch sehr stark an so manchen shakespeare. Gepaart mit der Gewalt welche so in der Form keineswegs unrealistisch im Bereich der Organisierten Kriminalität ist und auch das verstricken von bundesbehörden in solche fälle, mit der rechtfertigung des übergeordnetem wohls, was in der summe die authentizität der handlung noch unterstreicht und letztendlich noch die restliche note white trash seifen oper, welche dem ganzen noch die fiktiv unterhaltende note verleiht. Alles in allem eine sehr kluge kombination, welche völlig anders ist als alles bisher dagewesene und dennoch nicht zu abgedreht um auch ein breites publikum anzusprechen.

    Mfg Vader

  3. Liebes blabla@weakmail.de

    Vielen Dank für Deinen substanziellen Beitrag, und vor Allem dafür, dass Dich meine Meinung so sehr interessiert hat, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir Deine Meinung mitzuteilen.

    Mit viel Herz;
    Bowls Götzke

  4. Bowls 00 sagt:

    Kein Plan wer du bist, aber so wie zu lesen ist bist du unzufrieden und narzistisch. Ist ja ein heufiges Symptom bei erfolglosen Künstlern. Das man sich wegen einer Fernsehserie einbildet dass irgend jemanden die eigene Meinung dazu interessiert…

  5. Lieber Bruce.

    Deine Meinung ist zur Kenntnis genommen, aber da du einfach nur dummdreist mit wüsten Beschimpfungen um dein eigenes Ego rotierst, ohne mir ein argumentatives Fundament für deine kunstvolle und geniale Offensive zu liefern, muss ich leider für mich feststellen, dass Leute wie Du genau die Zielgruppe solchen gewaltverherrlichenden, herzlosen und kapitalorientierten Serienmülls bedienen. In Kürze: Du kennst die Zusammenhänge und Relevanz garantiert nicht.

    Danke aber fürs Lesen und dein geistiges Interesse.

    Liebe Grüße;
    Bowls Götzke

  6. Bruce sagt:

    An deiner sogenannten Review zu SOA sieht man mal wieder, dass Leute die selber nichts auf die Beine stellen und von echter Kunst und Genialität keine Ahnung haben, einfach besser ihre Klappe halten sollten. Das du die Zusammenhänge und Relevanz der Serie nicht verstehst zeigt nur das dir jeglicher Sinn für Aussergewöhnliches fehlt.

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