Richard Wagner und die Plage seines Lebens

Migräne beeinflusste seine Musik

Neurologen der Schmerzklinik Kiel, die sich schwerpunktmäßig mit der Volkskrankheit Migräne auseinander setzen, haben sich jetzt mit einem bisher eher unbeachteten Aspekt Richard Wagners befasst, der Migräne. Der Komponist selbst bezeichnete die Kopfschmerzen als die Plage seines Lebens. Die Spezialisten haben in einer Studie belegt, dass Wagner oft tagelang an heftigen Migräne-Attacken litt und sein Leiden sich in seinen Kompositionen widerspiegelt.

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Richard Wagner 1882
Bild: Pierre-Auguste Renoir
Quelle: Wikimedia

“Es fängt an mit einem leichten Pochen, das lauter wird, es wird immer mehr, es intensiviert sich, und es gibt auch ein Hämmern am Ende. Man merkt richtig dieses Pochen im Kopf von Richard Wagner bzw. vom Schmied Mime, der in Siegfried diese Kopfschmerzen erlebt” berichtet die Neurologin Dr. Anna Göbel aus dem Kieler Forscherteam. Die Oper beginnt mit dem Satz “Zwangvolle Plage! Müh’ ohne Zweck!”: Die Expertin erklärt “Es ist also ein zentraler Aspekt seiner Oper. Wagner wollte, dass man verstehen kann, dass er an Migräne leidet.” Hier hat der Künstler den Beginn eines Migräne-Anfalls von der Ankündigung mit dumpfem Pochen bis zum pulsierenden Schmerz auf dem Höhepunkt der Attacke vertont, so Göbel. Der klassische Verlauf eines Migräneanfalls lässt sich demnach Takt für Takt an der Musik nachvollziehen. Laut Studie hat Wagner auch die neurologischen Begleiterscheinungen der Kopfschmerzen, das Flimmern vor den Augen, mit einem Zick-Zack-Muster der Melodielinie vertont. Die Frequenz des Flimmerns lässt sich nach Meinung der Forscher im Rhythmus nachvollziehen. Die Studie wurde am 12. Dezember 2013 im British Medical Journal veröffentlicht.

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Über Raphaela Kaltenhäuser

Raphaela Kaltenhäuser | Freie Journalistin Klassische Musikszene Dresden

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