Schwerkraft mit Stil

Gravitude werfen die „Mess Machine“ an

Eine junge Band kann sich nicht entscheiden: Kommt sie nun aus Wuppertal oder lieber doch aus Köln? Deutlich entschiedener sind Gravitude auf ihrem Full-Length-Debut „Mass Machine“ (recordJet/Eigenvertrieb) zugange, das mit Eigenständig- und Vielschichtigkeit imperativ aufhorchen lässt. Natürlich rockt das Teil ab und an auch richtig gut ab, doch das Songwriting ist sich für komplexere Strukturen und rätselhafte Sprünge im Soundgefüge nicht zu schade. Überraschend feines Teil, das.

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Aus Köln an der Wupper hinein ins Rockbiz: Gravitude (gravitu.de)

Aus Köln an der Wupper hinein ins Rockbiz: Gravitude (gravitu.de)

Bassist und selbsternanntes „Mädchen für alles“ Steven Drewers gibt unumwunden zu, dass er die Ideen des Gitarristen und Hauptschreibers Matthias Wiercinski selbst nicht immer absolut nachvollziehen kann. „Aber, was soll‘s? So lange Jan Matthes, unser Schlagzeuger, und ich die musikalischen Mittel finden, um seiner Verschrobenheit gerecht zu werden, spricht dies doch nur für ein intaktes Bandgefüge“, erläutert er das Kräfteverhältnis untereinander.

„Für uns als Band war die Entscheidung, das Album von einem Meister seines Fachs produzieren zu lassen, zwar nicht gerade die kostengünstigste Entscheidung, aber sicher die absolut richtige. In Koblenz, im legendären Tonstudio 45 bei Kurt Ebelhäuser, haben wir selbst erst erfahren, wie viel Potenzial tatsächlich in unserem Material steckt. Wir waren zwar schon ziemlich überzeugt von unseren Songs, aber nach den Aufnahmen mit Kurt sind wir es umso mehr.“

Von den Großen (Kurt Ebelhäuser dürfte als Gitarrist von Blackmail und Scumbucket dazu zählen) zu lernen, bricht Gravitude keinen Zacken aus der Krone, einer schmiedeeisernen Krone, die sie sich mit „Mass Machine“ verdienen, zumindest was die Fassung für zukünftige Edelsteine betrifft. Mit „Rumble in the Jungle (Anal Raptor) ist ihnen bereits der erste Brillant gelungen, und – mit jedem Durchlauf gesellen sich weitere hinzu. Unverschämt gut, wohin soll das noch führen?

„Zunächst einmal nicht wahllos auf jede Bühne, die uns die Gelegenheit zum Spielen bietet, so lange wir das Geld selbst mitbringen. Im Sommer werden wir sicher einige Festivals spielen, aber so nach und nach wollen wir auch von den Agenturen und Clubs ernstgenommen werden. Auch wenn wir viel Spaß haben, so soll sich Gravitude auf Dauer nicht als Spaßprojekt etablieren. Daran arbeiten wir, in aller Ruhe“, stellt Steven klar.

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