Qualvoll ersehntes Hit-Album kommt bald

Chris Imler sichtet das Heil der Nervosität

Der bildhübschete und stilbildenste Stehtrommler des Universums, der allseits geschätzte Menjou-Träger aus Gewissenseignung, die personifizierte Verballhornung all dessen, worauf sich zu verlassen lohnte … der Circus Roncalli gibt unter Kokodrilstränen bekannt, dass Chris Imler nicht als Kamel zur Verfügung steht. Lieber sein Album „Nervös“ (ab 28. März) promotet. Na, wenn er denkt, er würde mit diesen auf Stromlinie getunten Medium-School-Rockabilly-Schlagern und karnevalesk totalitär veranlagten Songsurrogaten (vgl. „De Höhner“) reich werden … selbst schuld, berühmt ist er ja schon.

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Nervosität als Chance: Chris Imler (Staatsakt / Rough Trade)

Nervosität als Chance: Chris Imler (Staatsakt / Rough Trade)

Oder wie es Kollege Jens Friebe sich zu paraphrasieren echauffierte: „Selbst vor ultrakommerziellem Radiopop hat Imler keine Berührungsangst. Er hat nur schlicht keinen Bock drauf.“ Was ihm ein halbes Leben lang übel zu nehmen ist, ach, was sag ich, ein ganzes! Schließlich poussiert dieser Kerl von einem Mann nicht nur mit Posen, nein, er leckt sie anschließend auch wieder schmutzig. Deutlich mehr Dieter „Thomas“ Heck als Ilja Richter: Unterhaltung braucht nun mal Abgründe, abhalten lassen kann man sich in der Kneipe.

Oder man lässt es bleiben, wie Chris Imler, der sich heute nichts mehr von seiner „Cramps von Berlin“-Vergangenheit vorhalten, geschweige und respektive denn perhorreszieren lassen muss („Golden Showers“, die „Platinum Ones“ liegen noch im helvetischen Réduit – scheints auf ewig); schon zu oft hat er die Zechen des allzu Offensichtlichen geprellt und dem Pöbel hinterm Tresen nur eine vibrierende Snare hinterlassen, die doch gar nicht anders konnte, als vornehmlich bei den Damen („und Dramen“, wie Udo Lindenberg sinnfrei skandieren würde) schönste Hoffnungen zu erwecken.

Wer indes seine allerschönsten Performances (in Erweiterung der „Performance“ á la N. Roeg, M. Jagger, A. Pallenberg, Lady Gaga) frei von Kontamination überstanden hat, den dürfte auch seine neue Palette prächtiger Non-Kommerz-Verweigerer im Songformat weder zu Laudanum, noch zu Lindan greifen lassen. Über Staatsakt / Rough Trade wird „Nervös“ ab dem 28. März erhältlich sein. Und alles so bleiben, wie es war. Hat das Partyvolk noch einmal Glück gehabt, dem Künstler kann es schnuppe sein. Bis auf die Knochen betrogen werden wir überall …

Für die zu spät Geborenen: Wer Fraktus liebt, wird Imler mögen. Darauf lässt sich aufbauen, wir müssen einfach nur alle dringend noch nervöser werden! Chris Imler geht mit gutem Beispiel voran. Er kann nicht anders, will er uns glauben machen. Gut dran, wer es sich gestattet, noch glauben zu können.

Hinweis in anderer Sache: DMD KIU LIDT – der „Antimusik“-Film von und mit Ja Panik, Christiane Rösinger, Hans Unstern, Chris Imler und Maurice Summen hat neben seinem Berlinale-Screening im Forum Special einen Trailer zu bieten: http://vimeo.com/85782834.

Akkreditierungswünsche können (Sie) sich selbst – und selber – erfüllen:

Mar 28, 2014 NL Maastricht, Odd Pop
Mar 29, 2014 BE Brüssel, Ateliers Claus
Apr 20, 2014 DE Dresden, Beatpol-w/ Ja,Panik
Apr 21, 2014 AT Wels, Alter Schlachthof-w/ Ja,Panik
Apr 22, 2014 AT Graz, Bang Bang Club-w/ Ja,Panik

Apr 23, 2014 AT Salzburg, ARGEkultur-w/ Ja,Panik

Apr 24, 2014 AT Innsbruck, Weekender-w/ Ja,Panik

Apr 25, 2014 CH St. Gallen, Palace-w/ Ja,Panik

Apr 26, 2014 DE Heidelberg, Karlstorbahnhof-w/ Ja,Panik

Apr 28, 2014 DE Düsseldorf Zakk-w/ Ja,Panik

Apr 29, 2014 DE Münster, Gleis 22-w/ Ja,Panik

Apr 30, 2014 DE Bremen, Theater Bremen-w/ Ja,Panik

May 03, 2014 DE Hamburg, Golden Pudel

May 16, 2014 DE Berlin, Urban Spree, Double-Releaseparty with Candy Hank/Shitkatapult

… wird fortgesetzt

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