Geklotzt und gekleckert

Milagres veröffentlichen „Violent Light“

Am 28. Februar erscheint auf Memphis Industries / Indigo der Nachfolger zu Glowing Mouth, Violent Light. Ein Album, auf das Milagres so ungefähr alles gepackt haben, was das Format hergibt. Alles -irgendwie schon einmal gehört, aber so noch nie. Die Band um Weltschmerz-Herausforderer Kyle Wilson sucht lt. eigener Aussage die Nähe zu Bowie, Southern Rap Hooligan Waka Flocka Flame und dem Hörer, auf dass Letztgenanntem ein Licht aufgehe, mit oder ohne Gewalt.

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Sieht schon mal aua aus: Milagres "Violent Light" - Coverart (Memphis Industries / Indigo)

Sieht schon mal aua aus: Milagres „Violent Light“ – Coverart (Memphis Industries / Indigo)

Der Hang zu Camp und Circus (mal Barum, mal Roncalli, dann wieder Jim Rose) führt auf der neuen Scheibe der Brooklyner Überzeugungstäter zu den vermeintlich abwegigsten Assoziationsketten. War das eben nicht ein Simple Minds-Zitat („The Letterbomb“)? Oder stammt dieser Auftakt („Jewelled Case“) nicht von Midge Ure? Haben Maximo Park der Tage nicht ein ähnliches (aber viel schwächeres) Album vorgelegt? Alles Quatsch, Milagres sind – einzigartig, überdreht und konkret zugleich. Sie zu hassen oder zu lieben, sie lassen dem Hörer keine Wahloption.

„Ich kellnere in einem Sterne-Restaurant, und dort einmal auf `ner Geburtstagsfeier für Lou Reed. David Bowie, Laurie Anderson, Julian Schnabel und Salman Rushdie, alles an einem Tisch. Ich wünschte, ihnen in einem anderen Kontext begegnet zu sein“, gibt Kyle Wilson zum Besten, und das nicht ohne Grund, verweist er doch auf den weit gesteckten geistigen Horizont, den Sounds und Texte seiner Combo und „Violent Light“ zu beschreiben wagen – um sich zugleich eingestehen, dass ein jeder Horizont über identische Ausmaße verfügt. Vermessen und bescheiden zugleich beschrieben und beschritten (but uncut), führt hier der Weg zum Ruhm.
In einem NY-Sternelokal wird ab dem 28. Februar ein neuer Kellner gesucht. Schuld ist das Album, das Album hat Schuld. Waka Flocka Flame.

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