Interview mit Dieter „Maschine“ Birr

„Lust, Leidenschaft und Spaß“

Bringt seit 1969 den Saal zum Kochen: Maschine (Xamax / dieter-maschine-birr.de)

Bringt seit 1969 den Saal zum Kochen: Maschine (dieter-maschine-birr.de)

amusio: „Freundschaften scheinen dir auch unter Musikerkollegen sehr wichtig zu sein.“

Dieter „Maschine“ Birr: „Auf jeden Fall. Neben den Puhdys verbindet mich seit über fünfzig Jahren  die Freundschaft mit Fritz Puppel von City. Wir gehen jede Woche gemeinsam Abend essen. Oder Bernd Römer von Karat, der ist ein direkter Nachbar von mir. Wir haben halt vieles gemeinsam erlebt, waren zusammen auf Tour und haben als Mitglieder ostdeutscher Rockbands erfolgreich unsere Ideale verteidigt. Dabei waren wir, die Puhdys, Ende der sechziger Jahre eine der ersten Bands überhaupt, die mit deutschsprachiger Rockmusik die Säle zum Kochen brachten.“

amusio: „Und Dirk Michaelis, der auf deinem Album mit Chorgesang und Maultrommel vertreten ist, gehört auch zu deinen Freunden?“

Dieter „Maschine“ Birr: „Vielleicht nicht unbedingt als persönlich nahestehender Freund, aber als ein Kollege, den ich sehr schätze. Dass er auf meinem Album zu hören ist, verdankt sich dem glücklichen Umstand, dass sich sein Büro direkt neben dem Studio befindet, in dem meine Platte entstanden ist. Wir brauchten eine Maultrommel, Dirk beherrscht dieses Instrument – da wurde er sofort mit an Bord geholt, da gab es für ihn kein Entkommen.“ (lacht)

Unter Freunden: Maschine (XAMAX)

Unter Freunden: Maschine (XAMAX)

amusio: „Dein Album hat Ingo Politz produziert. Was hat dich von ihm überzeugt?“

Dieter „Maschine“ Birr: „Auch ihn kenne ich schon seit langem, aber für ihn sprach vor allem sein sicheres Gespür für zeitgemäße Sounds und Arrangements. Da konnte ich ihm ganz und gar vertrauen, schließlich hat er nicht nur Alben von Silbermond oder Silly betreut, sondern auch meinem Sohn und seiner Band Bell Book & Candle bei „Resque me“ zu einem Riesenhit verholfen. Ingo brachte also die besten Referenzen mit und er kann seine Ideen auch jederzeit auf angenehme Weise vermitteln. Er wusste, dass er bei mir keinen Altherrengeschmack zu verwalten hatte, sondern dass mir an einer schlüssigen Auffrischung meiner Lieder gelegen war. Das hat er auch gut hinbekommen, allerdings nur mit meiner Hilfe.“ (lacht)

"Kein Altherrengeschmack": Maschine (Ben Wolf / dieter-maschine-birr.de)

„Kein Altherrengeschmack“: Maschine (Ben Wolf / dieter-maschine-birr.de)

amusio: „Du wirst jetzt 70. Was kommt als nächstes?“

Dieter „Maschine“ Birr: „Ich will und werde auf jeden Fall noch ein weiteres Album machen, ganz klar! Sicher mit neuen Songs, vielleicht auch mit Coverversionen anderer Künstler. Das habe ich mit den Puhdys schon einmal gemacht, 2003 mit dem Album „Undercover“, auf dem wir andere Ex-DDR-Bands nach uns haben klingen lassen. Mal ganz davon abgesehen, dass wir in den Sechzigern ja als Coverband angefangen haben, da haben wir Led Zeppelin, Deep Purple und Uriah Heep gut hingekommen. Und auch davon abgesehen, dass das Alter für Musiker letztlich wurscht ist. Es hat wenn überhaupt eher was mit Marketing zu tun; eine Frau über 25 bekommt als Newcomerin heute doch gar keine Chance mehr. Völliger Quatsch! Nun, am allerliebsten würde ich mal meinen Favoriten des von mir verehrten Tom Petty covern: `Free Fallin‘´. Es existiert bereits seit Jahren eine Demo-Version mit einem deutschen Text von mir, sehr nahe am Original. Leider verweigert Tom Petty die Genehmigung, seine Songs in eine andere Sprache zu übertragen und zu veröffentlichen. Aber wir werden wohl noch mal anfragen, vielleicht klappt es auf meinem nächsten Album.“

amusio: „Was hast du die kommenden Tage denn so alles auf der Agenda?“

Dieter „Maschine“ Birr: „Da wären neben der Platte die Vorstellung meiner Biografie, die ich mit Wolfgang Martin geschrieben habe. In diesem Zusammenhang werde ich mich auf eine Art Lesetour mit akustischen Musikeinlagen begeben, bei der ich neben dem Buch auch zwei, drei Lieder solo präsentieren werde. Am 14. März werde ich beim `Kölner Treff´ des WDR zu Gast sein, leider spielen Bap an diesem Tag in Berlin, sodass ich dort nicht mit Wolfgang gemeinsam auf der Bühne stehen kann. Und dann ist natürlich der 25. März ein ganz wichtiges Datum. Denn dann gibt es das Record Release-Konzert im Berliner Kesselhaus, für das wir schon fleißig üben.“

amusio: „Und am 18.?“

Dieter „Maschine“ Birr: „Da wird es eine kleine private Feier geben, weiter nichts.“

Immer bestens über Maschines vielfältige Aktivitäten informiert:
dieter-maschine-birr.de.

Tipp: In der dortigen Bildergalerei sind eine ganze Reihe von Fotos zu sehen, die während der Aufnahmen zum Soloalbum entstanden sind.

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