Interview mit Void

„Kreislauf und Domino-Effekt“

Am 18. April erscheint „Sketches“ (Monster/SPV), das erste Album der Osnabrücker Alternative Art Rock-Band Void: Ein Einstand nach Maß für die studierten Musiker, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von anspruchsvoller Rockmusik mit Pop-Appeal eindrucksvoll verwirklichen. Mal komplex verwoben, mal entschieden auf Ohrwurm getrimmt, wie etwa die Single „Hot Shot“. Eine uneingeschränkt empfehlenswerte Angelegenheit, die auch live bestens funktioniert. Am Rande ihres Auftritts im Kölner MTC trafen wir uns mit Sänger Severin von Rose zum Gespräch.

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Alternative Art Rock aus Osnabrück: Void (Void / Monster)

Alternative Art Rock aus Osnabrück: Void (Void / Monster)

amusio: “Dass es sich bei Void um Vollblutmusiker handelt, ist euch live und auf Platte anzuhören. Würdet ihr euch auch als Vollprofis bezeichnen?“

Severin von Rose: „In erster Linie sind wir alle noch Musikstudenten an der Hochschule Osnabrück, nur unser Bassist Jan hat seinen Abschluss schon in der Tasche, er will sich aber weiterhin auch akademisch mit Musik beschäftigen. Neben Void verfolgen wir alle noch unsere eigenen Nebenprojekte, wie etwa in meinem Falle ein A-Cappella-Ensemble. Ob wir von unserer Musik leben können, das wird sich zeigen, dass wir uns aber als professionelle Musiker verstehen, steht außer Frage.“

amusio: „Ihr bezeichnet Void als `Alternative Art Rock´, dieses Label könnte als ein Kompromiss verstanden werden…“.

Severin von Rose: „Ja, irgendwo handelt es sich tatsächlich um einen Kompromiss. Wir haben uns gefragt, ob der Begriff des Alternative Rock bei uns noch greift. Und da haben wir festgestellt, dass wir diese Bezeichnung als zu allgemein entsprechend modifizieren wollten. Wir reichern sehr bewusst den rockigen und auch den erklärtermaßen poppigen Anteil unseres Sounds mit Elementen an, die den künstlerischen Anspruch der Bandmitglieder hervorheben. Da wird mal ein krummer Takt eingebaut oder auch instrumental tüchtig gefrickelt. Dies gibt der Musik ihre ganz eigene Färbung, wird von uns aber immer songdienlich und nicht als Selbstzweck eingesetzt.“

amusio: „Das Artwork von `Sketches´ erinnert trotz seiner modernen Ästhetik an die Gestaltung von Prog- und Art-Rock-Alben der siebziger Jahre. Wie verhält sich die rätselhafte Bildebene zum Titel des Albums?“

Skizzen und Perspektiven: Void-Cover (Monster/SPV)

Skizzen und Perspektiven: Void-Cover (Monster/SPV)

Severin von Rose: „Die erste Songzeile des Albums lautet `Painting sketches/filled with emptiness´. Und da wir zwar keinen Titel als Namensgeber des Albums hervorheben aber dennoch einen Bezug zu den Songinhalten herstellen wollten, erschien uns `Sketches´ als eine optimale Wahl.“

amusio: „Also hättet ihr das Album auch `Painting´ nennen können…“.

Severin von Rose: „Nein, `Sketches´ ist doch ein viel schöneres und griffigeres Wort! Wir stehen am Anfang, füllen unsere Skizzenbücher, ohne uns schon auf ein Ergebnis festgelegt zu haben. So entsteht ein Interpretationsspielraum, der von der Cover-Gestaltung weitergetragen wird. Die Dreidimensionalität, der perspektivische Fluchtpunkt, der sich dem Betrachter entzieht – das alles spiegelt unter anderem auch unsere kreative Suche und Offenheit wider. Es geht immer weiter und es wird immer überraschende Wendungen geben, für die Zukunft ist nichts festgeschrieben.“

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