Hoch hinaus: Void (Void / Monster)
Hoch hinaus: Void (Void / Monster)

amusio: „Beim Hören von `Sketches´ kamen mir zwei Vergleiche in den Sinn. Zum einen `Dregd´ – und was deutsche Bands betrifft: `Slut´.“

Severin von Rose: Beide Bands sind zumindest mir nicht sonderlich vertraut, ich denke, dass wir von denen ganz bestimmt nicht geklaut haben (lacht). Aber es gibt tatsächlich genau drei Bands, die uns stark beeinflusst haben: `Mutemath´, `Karnivool´ sowie `The Intersphere´ aus Mannheim. Als ich zu den vier Anderen stieß, die vorher schon amtlich gemeinsam geprobt hatten, hieß es: `Hier, so etwas, das wollen wir auch machen. Sing mal was dazu…´ Und mit meinen Gesangslinien ist unser Sound dann auch deutlich melodischer geworden, ich bin halt eine harmoniebedürftige Seele (lacht). Es bleibt ein schwieriger aber auch reizvoller Spagat zwischen Eingängigkeit und Anspruch, manchmal ist dann das Urteil guter Freunde ein vertrauenswürdiger Indikator, um entscheiden zu können, ob der Spagat gelungen ist.“

amusio: „Mit der Wahl eures Studio für Mix und Master, Willi Dammeiers `Institut für Wohlklangsforschung´, mit Florentin Adolf als Produzenten, dürftet ihr ein nicht unerhebliches Investment getätigt haben…“.

Severin von Rose: „Zunächst war es wichtig, dass wirklich jeder von uns diesen Weg gehen wollte. Uns war klar, dass wir eine hochwertige Basis benötigen würden, um letztlich die bestmöglichen Resultate zu erzielen. Resultate, die uns weiterbringen und uns neue Perspektiven eröffnen. Kreislauf und Domino-Effekt zugleich.“

amusio: „Und doch habt ihr das Album live eingespielt und der Versuchung widerstanden, die Fülle der im Studio gegebenen Möglichkeiten auszunutzen.“

Severin von Rose: „Sicher haben wir hier und da Verzicht üben müssen. So könnten wir uns zum Beispiel die eine oder andere Passage auch sehr gut mit Streichern vorstellen. Doch es ging uns vor allem um die uneingeschränkte Reproduzierbarkeit des Studiosounds auf der Bühne. Wir wollen nun einmal authentisch bleiben und mit Direktheit überzeugen.“

Severin von Rose im Gespräch (Stephan Wolf)
Severin von Rose im Gespräch (Stephan Wolf)

amusio: „Mit ´With You´und `Sleep` sind euch gleich zwei Übersongs gelungen, die vor allem mit ihrem verhalten hymnischen Gestus punkten…“.

Severin von Rose: „Dabei handelt es sich interessanter Weise um zwei der ersten drei Songs, die wir parat hatten, beziehungsweise noch aus der Prä-Phase der Band stammen. Gut, im Vergleich zu unserer Single `Hot Shot´ sind sie ja auch deutlich komplexer angelegt, aber ich denke, dass sie sich ausgezeichnet mit den anderen Tracks des Albums vertragen.“

amusio: „`Hot Shot´ ist also euer Angriff auf die Charts…“

Severin von Rose: „Na, dieser Song bietet sich nun einmal an. Aber ich kann nicht absehen, ob sich von der vergleichsweise einfachen Songstruktur bei `Hot Shot´ ein Trend für unseren zukünftigen Weg ableiten lässt. Wir wollen überraschen und uns überraschen lassen.“

amusio: „Und warum ist das wunderbar entrückte `Leave Me Alone´ so kurz geraten?“

Severin von Rose: „`Leave Me Alone´ war ursprünglich nur als Interlude, als Ruhepol zwischen zwei lautstarken Stücken geplant. Und als solcher funktioniert er auch live ganz hervorragend. Dass ich mein Mantra beisteuere, war ein Versuch, der es dann auf die Platte geschafft hat. Ein gutes Beispiel für unsere Herangehensweise.“

amusio: „Die Songs verlangen nach einem expressiven Vortrag. Verstehst du dich als eine Rampensau, die dieser Anforderung gerecht wird?“

Severin von Rose: „Also, ich bin sicher keine Nicht-Rampensau. Aber wenn ich authentisch sein will, dann bleibe ich auch auf der Bühne ganz einfach der Mensch, der ich bin – und verzichte auf übertriebene Publikumsanmache oder allzu exaltiertes Gehabe. Die Gesangsleistung ist mir wichtiger als die Show, doch wer mich genauer beobachtet, dem wird nicht entgehen, wie ich die Songs auch gedanklich interpretiere. Wenn man so will, bin ich eine introvertierte Rampensau.“

Wir bedanken uns bei Severin von Rose und wünschen Void eine Zukunft nicht enden wollender Perspektiven.

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