In der Kulturkirche Köln-Nippes gastieren anlässlich ihres 40. Geburtstags die niederländischen Kunstpop-Virtuosen Nits. Es wurde nicht gekleckert. Unter verschwenderischer Aufbietung von sound-technischen Finessen und einem Instrumentarium, das von der Triangel bis zur großen Feldtrommel, wie sie niederländische Brass-Bands zu schlagen pflegen, alles beinhaltete, was die Detailverliebtheit der Band einfordert, entwickelte sich ein unerwartet lautstarkes Spektakel, dem die Akustik des ehemaligen Sakralbaus nicht immer gewachsen war.

Gut laut: Nits (Stephan Wolf)
Gut laut: Nits (Stephan Wolf)

Vor lauter Equipment liefen sich Henk Hofstede, Rob Kloet und Robert Jan Stips beim Instrumentenwechsel auf der Bühne ab und an gegenseitig über die Füße. Weitere Gastmusiker? Undenkbar! Mit Blick nach oben bestätigte Henk Hofstede dann die räumlichen Verhältnisse, es sei nun mal, wie sich dies für eine Kirche gehöre, viel mehr Platz nach oben. Um den Raum akustisch auszunutzen, entschieden sich Nits für den Einsatz von Volumen, die jedem Metal-Konzert gerecht geworden wären.

Doch dem mit der Band gereiften Publikum war das nur recht. Nachdem es von dem Schweizer Songwriter Micha Sportelli mit mächtiger Stimme und beeindruckender Gitarren-Perkussion (Tapping etc.) bestens eingestimmt wurde, bereitete es den drei gestandenen Herren einen begeisterten und begeisternden Empfang. Sichtlich erfreut über den vorbehaltlosen Zuspruch, legten Nits dann eine Performance hin, mit der sie kernig-kraftvoll und mitunter filigran zugleich, eine gelungene Song-Mischung zelebrierten.

Maar een drumkit... (Stephan Wolf)
Maar een drumkit… (Stephan Wolf)

Dabei bedienten sie sich überwiegend an dem Material ihrer melodischsten Phase, die mit dem Album „Omsk“ von 1983 ihren Anfang nahm. Nur sporadisch wurde auf Titel neueren Datums zurückgegriffen, die New-Wave-Prä-„Omsk“-Zeiten wurden gar nur mit einer kurzen Reminiszenz gestreift („Ping Pong“). Erstaunlich, wie die Band die (auf Platte) dezent-melodisch-schwermütigen Kleinode mit einer energetischen Dynamik aufzuladen verstand. Schon der Opener „Da da da“ stellte die Weichen: Aus einer harmlosen Popnummer wurde ein mächtiges Statement. Und die Dynamiken, die sie später etwa bei der komplexen Ballade „Sketches Of Spain“ entwickelten, ließen den Atem anhalten. Und das One-Hit-Wonder, „In The Dutch Mountains“? Das beendete Drummer Rob Kloet mit donnernden Blastbeasts.

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