„Estara“ – eine konjunktivische Form des kastilianischen Begriffs für das temporäre, nicht beständige Sein?! Weniger und mehr, der in LA ansässige Mtendere Mandowa alias Teebs übernahm für den wohlklingenden Titel seines neuen Albums (Brainfeeder / Ninja Tune / Rough Trade) kurzerhand den Namen des Hauses, in dessen Schlafzimmer-Studio das Album entstanden ist. Wohlklingend gestaltet sich auch das Ergebnis: Eine unaufdringliche Mixtur, wie sie der Vorgänger aufgrund seiner nervösen Grundhaltung noch nicht aufweisen konnte. Entspannt euch, hier kommt „Estara“.

Estara (Brainfeeder / Ninja Tune / Rough Trade)
Estara (Brainfeeder / Ninja Tune / Rough Trade)

Generell knüpft „Estara“  wieder an dem von Flying Lotus geprägten „Brainfeeder“-Sound an. Schien der Vorgänger „Ardour“, strukturell phasenweise zerrissen und wirr, von einem persönlichen Schicksalsschlag (Verscheiden des Vaters) beeinflusst worden zu sein, so hat sich der Produzent und Maler Teebs nun mit einer Gelassenheit ans Werk begeben, die seinem spezifischen Sound sehr gut und einfach auch besser zu Gesicht steht.

Ist das noch LoFi mit Glitch-Anleihen? Oder eher schon ein von lebhaft variablen Beats getränktes Easy Listening im Sinne der Boards Of Canada? Mit feinen Melodieführungen, noch feineren Sphären und nochmals feineren Bezügen zu hiphopesken Gefügen? Die Antwort gilt es nun zu entdecken. Estara scheint, so eine erste Einschätzung, als Momentaufnahme gedacht zu sein, die sich dem weiteren Lauf der Zeit nicht verwehrt. Als eine, wenn man so will, musikalische Zeitreise, die, von der vagen Gewissheit des Heute ausgehend, morgen schon wieder ganz anders klingen könnte…

Stream vorab:
http://www.npr.org/2014/03/30/294222543/first-listen-teebs-e-s-t-a-r-a

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