Das norwegische Oktavenwunder Rebekka Bakker hat es getan: Die Bigband des Hessischen Rundfunks mit Tom Waits-Songs infiziert und ein Album vorgelegt, das nach sämtlichen Schallplattenpreisen greift: „A little drop of poison“ (Emarcy Records / Universal). Eine erlesene Sammlung etlicher Highlights aus dem Schaffen des großen Zweiflers, aufbereitet in 16 (!) glasklar produzierten Arrangements zwischen Opulenz und Swing. Ab dem 23. Mai käuflich zu erwerben, jeder Cent ein Gewinn!

Tom ist schon wieder weg: Rebekka Bakken (UMG)
Tom ist schon wieder weg: Rebekka Bakken (UMG)

Die zu Recht mehrfach preisgekrönte Jazz-Chanteuse Rebekka Bakken überzeugt mit Überraschungen. Wenn diese dann so ausfallen wie bei „A little drop of poison“ ist sie ebenso zu beglückwünschen wie alle Hörer und Genießer! Und – sie kann schon mal Platz schaffen, für den einen oder anderen Award. Unter der Leitung von Jörg Achim Keller und produziert von Frau Bakken herself ist es im Ergebnis kaum zu glauben, dass es sich bei dem Material um lauter Coverversionen von Tom Waits handelt. Wer hätte gedacht, dass die Songs des versoffenen Grantlers eine solche Klangfülle bestens vertragen?

„Bad as me“, „Just the right bullets“ oder „Yesterday is here“ bekommen hier ein vollmundiges Korsett verpasst, das Rebekka Bakken mit ihrer situiert irren Stimme aufzulösen weiß. Ja, es ist ambitioniert. Ja, es schielt phasenweise zu offensichtlich nach allgemeiner Anerkennung. Und doch: Der Blick bleibt klar fokussiert, die Band spielt locker auf (allein die Horn-Arrangements von „Please, call me, Baby“ und „San Diego Serenade“ rechtfertigen jeden Kaufpreis) und Rebekka Bakken interpretiert mit schier chirurgischer Präzision.

Bittersüßes Gift: Rebekka Bakken (Universal)
Bittersüßes Gift: Rebekka Bakken (Universal)

Wer also bei „Saving all my love for you“ nicht auch nur einen Gedanken an alle Lieben seines Lebens verschwendet, wer nicht beim paranoid veranlagten Outro „What’s he building“ Schauer verspürt, der muss sich eingestehen, dass er bereits verstorben ist. Ein Album, von dem noch zu hören sein wird, sei hiermit angekündigt und wärmstens ans Herz gelegt: „A little drop of poison“ – die Menge macht das Gift. Darf es noch ein wenig mehr sein?! Tourdaten sehnlichst erwartet.

rebekkabakken.de

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