C.U.T.E. bleiben wortgewandt sprachlos

Sacrifice & Isolation

Martin Grimm und Chris Burda erschaffen in absoluter Eigenregie die momentan und emotional vielleicht ergreifendste Musik dieses Planeten. „Sacrifice & Isolation“ (ab 23. Mai, Finaltune / Broken Silence), als Pendant zu „Shoulders & Giants“ erdacht, vereinnahmt mit Ideen, mit Technikbeherrschung, mit Weltsicht. Mit Wucht und dem Wunsch, etwas mehr zu erfahren. Martin Grimm war so freundlich, dem Wissensdurst Wasser anzureichen (Chris Burda war gerade einkaufen), et voilà: Collapse Under The Empire!

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"Eh, du Opfer..." (Finaltune)

„Eh, du Opfer…“ (Finaltune)

amusio: „Martin, als ich damals eurer erstes Album, `Systembreakdown´, hören durfte, dachte ich mir, dass es sich bei euch um `God Is An Astronaut´-Epigonen handeln würde. Ist da was dran?“

Martin Grimm: „Ganz ehrlich, gar nicht. Mittlerweile kenne auch ich Post Rock-Größen wie GIAA, Godspeed! YBE oder Mogwai, doch ich komme aus der Nu-Metal-Szene. Als ich mit Chris begonnen habe, kategorienfrei zu musizieren, waren mir Vergleichbarkeiten bewusst nicht bewusst. Wenn wir im Ergebnis zunächst die genannte Vergleichbarkeit aufzuweisen hatten, dann sind diese dem Umstand geschuldet, dass wir uns noch in einer Art Selbstfindungsprozess befanden. Die Tracks waren teilweise noch auf Gesangspassagen ausgelegt, die wir letztlich nicht ausgeführt haben und auch weiterhin vermeiden werden.“

amusio: „Keinen Bock mehr auf Gesangspassagen und Bandgefüge?“

Martin Grimm: „Genau. Wir wollten uns von unseren Bandvergangenheiten erholen, wir erachten C.U.T.E nach wie vor als Projekt. Nur die Musik zählt, Musik, die wir unabhängig von Labels oder Bandverständnis kreieren.“

amusio: „Musik, die außerhalb Deutschlands intensiver rezipiert wird als vor Ort.“

Martin Grimm: „Ja, das ist schon bemerkenswert: Die numerisch relevantesten Feedbacks ergehen aus den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich an uns. Aber dann kommt auch schon Deutschland…“

amusio: „Was aber keine Veranlassung beinhaltet, in USA, UK oder D live zu spielen?“

Martin Grimm: „Gib mir einen Schlagzeuger, einen Bassisten und einen Lichtgestalter, Gitarre und Keys können wir schon selbst. Nein, Spaß beiseite, wir schließen Live-Performances nicht im Grundsatz aus, selbst wenn wir uns als Projekt verstehen und begreifen. Doch zuerst kommt die Musik, und die können wir ohne äußeren Druck, auch ohne dem Druck, der von Touren etc. ausgeht, und unabhängig von Bekanntheitsgraden, zurzeit am besten gestalten.“

amusio: „Ihr werdet immer besser, immer unwiderstehlicher…“

Martin Grimm: „Das sehen wir zum Glück auch so. Aber nach wie vor hegen wir Ambitionen, die über die reine Lehre der Instrumentalmusik und des damit verbundenen technischen Knowhows hinausgehen.“

amusio: „Du spielst auf euren Wunsch an, Filmmusik zu komponieren. Aber wäre dies, als Auftragsarbeit gedacht, nicht eine Einschränkung der kreativen Freiheit?“

Martin Grimm: „Diese Einschränkung würden wir, einen visionär agierenden Regisseur vorausgesetzt, gerne akzeptieren.“

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