Für leider nur drei weitere Konzerte, nach Hannover, Essen, Hamburg und Berlin nun in München, Frankfurt/Main und Köln, beehrt uns Justin Greaves aus Bristol mit seinem sagenhaften und sagenumwobenen Ensemble für Endzeitballaden, Crippled Black Phoenix. Da auch das aktuelle Album, „White Light Generator“ (Mascot Label Group / RTD), über jeden Zweifel erhaben ausgefallen ist, dürfte es sich bei den nun anstehenden Veranstaltungen um weitere Großtaten einer an Großtaten reichen Band handeln. Anwesenheitspflicht!

Na, dann werdet mal schön schlau daraus: CBP, White Light Generator (Mascot / RTD)
Na, dann werdet mal schön schlau daraus: CBP, White Light Generator (Mascot / RTD)

Und nur weil auf „White Light Generator“ das Floydische, „Atom Heart Mother“-Phase, wieder deutlicher zu Tage tritt, weist diese akute Art- bzw. Progrock-Tendenz wohl kaum auf eine Zehe weniger auf dem Gaspedal hin: Crippled Black Phoenix rocken wie Sau!

Analytisch bewertet bietet das Kollektiv um den charismatischen Frühaufsteher und Traumata-Deuter Justin Greaves derben Schweinerock, diesen jedoch in einer einzigartig nihilistisch gehaltenen, euphorischen Diktion. Eine schweißtreibende Angelegenheit, die im ständig preschenden Vortrag keine Rücksicht auf die üblen Themen nimmt, die verarbeitet werden: schlechte Gewissen, gebrochene Herzen und Tod.

Auf 3 x die 4! (crippledblackphoenix.co.uk)
Auf 3 x die 4! (crippledblackphoenix.co.uk)

Selbst die zur Kontinuität gewordenen Besetzungswechsel können dem ureigenen Sound von Crippled Black Phoenix nichts anhaben. So mag der Ausstieg von Keyboarderin Miriam Wolf zu bedauern sein, aber Daisy Chapman wird gleichfalls einen Job machen, der Verluste verschmerzen lässt. So auch der Schwede Daniel Änghede am Mikro, der zudem für fast alle der bemerkenswert stringent strukturierten Texte auf „White Light Generator“ verantwortlich zeichnet.

Freunde, es werden Feste. Feste der guten Laune und der Ausgelassenheit, zwischen sudgetränkter Baumwolle, ins Absurde gesteigerten Rockismen und einer uneingestanden zutiefst humanitär veranlagten Haltung.

Morgen: München, Backstage
Übermorgen: Frankfurt/Main, Neue Batschkapp
Donnerstag: Köln, Kantine

Und am Samstag, 16. August beim „German Kultrock Festival“ – dem „ultimativen Rockfestival in der größten Kulturhöhle Europas“ in Balve, Sauerland (diese Ankündigung könnte von CBP selbst stammen…).

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