Amira Willighagen

Eine 9jährige verzaubert Millionen

Es ist erstaunlich, kurios und vielleicht auch fragwürdig: Ein 9jähriges Mädchen namens Amira Willighagen wird – ohne nur eine Gesangsstunde genossen zu haben – zur Sensation der niederländischen Casting-Show „Holland’s Got Talent“. Sie „schmettert“ Arien, die sie im Internet entdeckt haben will – in verblüffender Weise. Sehr eigen, sehr angstfrei gewagt, und für ihr Alter durchaus gekonnt. Ein Vergleich mit ausgebildeten Sängerinnen indes verbietet sich.

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Gestatten, Amira! (Sony Music / Masterworks / Warner)

Gestatten, Amira! (Sony Music / Masterworks / Warner)

Nein, wie süß! Angeblich bezieht Amira Willighagen ihre Motivation, zu singen und zu einem Kinderstar zu werden, aus dem Wunsch, etwas Gutes für ihre Altersgenossen in Südafrika zu tun. Als sie (ihre Mutter stammt aus Südafrika) vor Ort erleben konnte, dass nicht alle Kinder dieser Welt so privilegiert sind wie sie, entschied sich Amira Willighagen dazu, die Hälfte des Erlöses aus dem schlicht „Amira“ betitelten Album (ab 30. Mai im Handel, Sony Music / Masterworks / Warner) der Errichtung von Spielplätzen in Südafrika zugute kommen zu lassen. Nun denn.

Mit dem Prager Philharmonie-Orchester unter der Leitung von William Hayward und unterstützt vom St. Joseph’s Youth Choir interpretiert Amira Willighagen auf ihrer Veröffentlichung die Top Ten der populärsten Arien überwiegend italienischer Provenienz: „O Mio Babbino Caro“, „Caro Mio Bem“ und das bis zur Unerträglichkeit unvermeidliche „Nessun Dorma“ („Schlimmer und ubiquitärer ist nur noch der Pizza-Jingle von Giuseppe Verdi“, Michael Ziegelwagner, Titanic 05/14, Seite 43). Doch für die Repertoire-Auswahl kann die Kleine wohl nichts. Und es macht Spaß, ihrem respektlos frechen und glaubwürdig angstfreien Gesang zuzuhören. Nur nicht allzu häufig. Doch: Wer’s braucht mag gerne zugreifen. Denkt an die Spielplätze in Bloemfontein und Umgebung!

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