Arcade Fire, Robbie Williams, Linkin Park oder The National – die Liste derer, mit denen Owen Pellett bereits kooperierte ist lang, illuster und steht für Vielfalt, Schubladenablehnung und dem Duft einer frisch gemähten Hecke nach Jahren des Wildwuchs. „In Conflict“ (Domino Records / GoodToGo, jetzt erhältlich) kategorisch einordnen zu wollen, bleibt ein Ding der Unmöglichkeit. Was wiederum der Unverkennbarkeit Schaden zufügt. Wird dem Kanadier, der unlängst gemeinsam mit William Butler für den Score zu „Her“ für den Oscar nominiert war, kaum stören. Sein Schaffen stört nur den blöden Musikredakteur, der keine Schublade findet.

Bedeutsam und bescheiden: Owen Pallett (Domino Records)
Bedeutsam und bescheiden: Owen Pallett (Domino Records)

Die Einflüsse, Zitate und Finessen aufzuführen, die Owen Pallett im Rahmen seines populärmusikalischen Ausdrucks aufwendet, würde geschätzt dreieinhalb Stunden in Anspruch nehmen. Doch da Zeit Geld zu sein hat, bleibt dieser Beitrag auf das auffallend Wesentliche reduziert: Schwule Soundästhetik, zwischen James Blake, Rufus Wainwright und Chris Garneau trifft auf James Blake, Rufus Wainwright und Chris Garneau und steckt sie alle in eine Tasche gefühlter Tiefen und Untiefen.

Owen Pallett ist ein Musiker, für den es kaum ein Halten gibt. Seine Performances, seine Filmscores und sein neues Album „In Conflict“ sprühen vor lauter ungebundener Musikalität und dem Mut zur unbedingten Idee.

Der Inhalt um ein Vielfaches schöner (Domino Records / GoodToGo)
Der Inhalt um ein Vielfaches schöner (Domino Records / GoodToGo)

„In Conflict“ dürfte aber für so manchen Grobgeist zu ungebunden ausgefallen sein. Freigeister sämtlicher Couleur werden hingegen hingerissen werden. Von einer schier bekloppt machenden Vielfalt (die zu beschreiben viereinhalb Stunden benötigen würde…), die „man“ einfach erleben muss! Blasorchester auf dem Mardi Gras? Sinnstiftend konstruierte Wave-Ästhetik? Gaga-Billu-Sounds? Instrumentale Grandezza, vor allem in Form von (der von Owen Pallett grandios beherrschten) Geige? Alles da – und noch viel mehr. Vary well done, Mr. Pallett!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert