Voodoo-Zauber im Erlanger Stadtmuseum – Exponate aus der Sammlung Charlotte Sander

Kunstwerke der besonderen Art gibt es derzeit im Erlanger Stadtmuseum zu bestaunen. Die Sonderausstellung „Fremde Welten. Kunst der Naive außerhalb Europas“ zeigt Gemälde und Skulpturen berühmter Künstler aus Afrika, Asien, Australien und der Karibik. Sämtliche Werke stammen aus der Sammlung des Museums Charlotte Zander, deren besonderes Anliegen es von jeher war, diese seltenen Werke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die Künstler zu unterstützen.

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Die Ausstellung gibt Einblicke in die Tradition jahrhundertealter Volkskunst. Sie zeigt Exponate der Aboriginal Art, wie die Rindenmalerei, bei der abstrahierte totemartige Motive in einfachen Umrissformen mit ockerfarbigen Mustern auf der Rinde des Eukalyptusbaums dargestellt sind. Die Kunst der Aborigines vermittelt deren komplexe Mythologie, die von der Existenz einer Schöpfer- oder Traumzeit ausgeht, die für die Ureinwohner Australiens als Paralleluniversum zur Realität existiert.

Schwerpunkt der Ausstellung ist die Naive Kunst aus Haiti, die Alltagsszenen, geschichsträchtige Ereignisse und populäre Voodoo-Zeremonien beinhaltet. So zeigen die Bilder von Préfète Duffaut Voodoo-Rituale, die oft in freier Natur, mit rituellen Tänzen und Zeremonien ausgeführt werden, um in Verbindung mit den Göttern zu treten. Die Entstehung des Voodoo-Kultes in Haiti entstand denn auch durch eine Mischung der religösen Gepflogenheiten der europäischen Einwanderer und entwickelte sich immer mehr zu einer Volksreligion. In der afrikanischen Lautsprache bedeutet Voodoo soviel wie „Gott“ oder „Idol.“

Haiti, die erste schwarze Republik, entstand 1804 aus dem Streben der Sklaven nach Unabhängigkeit von Frankreich. Die Kunst reflektiert die Anfänge des Staates, die neue Geschichte sowie den Alltag und religiöse Bräuche. Auf Initiative des US-Künstlers De Witt Peters wurde 1944 das Centre d’Art in Port au Prince gegründet zusammen mit Autodidakten wie Philomie Obin, Wilson Bigaud und Préfète Duffaut. Als 2010 das Centre mit unzähligen Kunstwerken durch ein verheerendes Erdbeben zerstört wird, sieht Charlotte Zander ihre Aufgabe verstärkt darin, durch ihr Engagement die haitische Kunst zu bewahren.

03.03.2013 bis 12.05.2013, Stadtmuseum Erlangen, Martin-Luther-Platz 9, Erlangen.

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Über Annette Martens

Annette Martens Medienwirtin, Literatur- und Theaterwissenschaftlerin M.A., Journalistin, PR & Werbung, Texte für Homepages, Interviews. Aus dem Münsterland zog es mich zum Studium nach Erlangen. Seit 1999 freie Autorin im Großraum Nürnberg für Print- und Online-Medien. Ich mag: Musik von U2, Sting, Dylan, deutsche Texte, Kino und Klassik.