Break Line - The Musical

Willkommen in Greenbelt

Anand Wilder (Yeasayer) und sein bislang im Hintergrund agierender Kreativitäts-Buddy Maxwell Kardon haben nach über zehn Jahren des Schreibens, Ausprobierens, Verwerfens und wieder Einspielens endlich ihr Musical „Break Line“ (Mute/GoodToGo) veröffentlicht. Es handelt von den deprimierenden Konflikten und tieftraurigen Schicksalen in der (fiktiven) Bergbaugemeinde Greenbelt Mitte des vorletzten Jahrhunderts in Pennsylvania – und weiß mit der aufgebotenen Vielzahl an musikalisch verewigten Charakteren umgehend für sich einzunehmen.

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Bergarbeiter-Schicksale im Musical-Gewand: Break Line (Mute)

Bergarbeiter-Schicksale im Musical-Gewand: Break Line (Mute)

Dabei bedienen sich Anand Wilder und Maxwell Kardon sehr freizügig an den pseudo-gehaltvollen Versatzstücken der klassischen Rockoper von Quadrophenia bis hin zu Queens „An Night At The Opera“ (so wartet „Hand Your Head High“ mit einer astreinen Brian May-Gitarre auf). Darüber hinaus haben sie für die finale Version ihrer seit 2004 gehegten Idee eine ganze Armada aus Mitstreitern rekrutiert, die aus dem Album ein vollmundiges Erlebnis machen. Insgesamt neun Sänger (darunter Aku Orraca-Tetteh von Dragons of Zynith und Ryan Kattner von Man Man) und fünfzehn Instrumentalisten (wie etwa Rostam Batmahglij von Vampire Weekend sowie Quinn Walker und Austin Fisher von den Brooklyner Suckers) haben an Break Line mitgewirkt.

Anand Wilder & Maxwell Kardon (Mute)

Anand Wilder & Maxwell Kardon (Mute)

Trotz des Einsatzes von (Gospel-)Chören und Prog-Manierismen haben Anand Wilder und Maxwell Kardon jegliche Klippen des Kitsches oder der Überfrachtung souverän umschifft und ein kurzweiliges Epos erschaffen, das insgesamt deutlich leichter von der Hand ins Ohr geht, als dies die Sujets (Schwerstarbeit, Ausbeutung, Alkoholismus, das in Vergessenheit geraten) vermuten lassen. Nein, das Musical (das auch als ein „Konzeptalbum“ bereits hinreichend gekennzeichnet worden wäre) ist eine kurzweilige Angelegenheit geworden, der man die zehnjährige Entwicklungszeit nicht anhört. Ein Urteil, das durchaus zweischneidig intendiert ist. Ein für sie vernünftiges Verhältnis von Aufwand und Ertrag zu bestimmen, bleibt natürlich den Künstlern überlassen.

„I’m To Blame“
soundcloud.com/secretlycanadian/anand-wilder-and-maxwell-kardon-im-to-blame

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