Menschenverachtendverliebt

Die Sterne im zehnten Himmel

Am 29. August erscheint das zehnte Studioalbum der Deutschrock-Band Die Sterne, „Flucht in die Flucht“ (natürlich via Staatsakt/RTD, der Marke ihres unbegründeten Dünkels). Wie in einschlägigen Kreisen Usus wird sich der Veröffentlichung („VÖ“) eine Gastspielreise anschließen, man ist geneigt dieses Vorhaben spitzfindig als „Flucht in die Flucht“ zu beklatschen. Mit Drinks, Musik und Weibern jeglichen Geschlechts. Das Firmament, es glitzert im Wendekreis des Großmuts.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Platz da! (Staatsakt/RTD)

Platz da! (Staatsakt/RTD)

Die Hypokrisie des Rezensenten: Von Labeln, Vertrieben, Agenturen, Veranstaltern und Musizierenden mit Gunst bestochen, verkünden sie tagtäglich die Alben eines jeden laufenden Jahres neu („Album des Jahres“). Schluss damit! Hiermit sei „Flucht in die Flucht“ zum Album des Quartals (mit Option aufs Halbjahr) erklärt. Denn es lässt kaum mehr Luft nach oben. Es blockiert Abspielstationen und Hirnwindungen gleichermaßen. Tückisch, gemein und wunderbar. Interstellar Overdrive de luxe.

Den schweren Schwoof des Vorgängers („24/7“) haben Frank Spieker, Thomas Wenzel und Christoph Leich locker überstanden, „hier kommt das Ende / wir haben alles versucht“. Wenn doch alle Enden so vollendet daherkommen könnten! Mit der Erhabenheit von „Drei Akkorde“, mit Alex Hacke im Duett bei „Ihr wollt mich töten“ (das klingt, als spiele Udo Jürgens auf einem Kirchentag im Death Valley auf). Oder mit dem unerhört frechen „Hirnfick“, der sich auch auf einer Kiss-Platte der Prä-„Alive“-Phase ausgezeichnet zurechtgefunden hätte (allerdings auf Motown).

Band im Bilde: Die Sterne (Col Zoom/Staatsakt)

Band im Bilde: Die Sterne (Col Zoom/Staatsakt)

Soulpsych und Folkblues auf „Astra“-Trip, Hamburg ist überall. Jungspunde wie Zucker, Der Bürgermeister der Nacht und Schnipo Schranke sind mit von der Partie, wenn es gilt, auch das allerletzte Vorurteil („HH-Schule“) in haltlose Begeisterung umzumünzen. „Menschenverachtendverliebt“ in den eiskalt mit reingerammten Oberklopper, „Innenstadt Illusionen“, die „Dreiklangsdimensionen“ (Rheingold) für das Zeitalter der Post-Gentrifizierung. Ein Album wie ein Mörderteil, Teilnahme an Pornodrehs Pflicht („Der Bär“).

Und hier die Daten:

22.08.2014 Hamburg, Kampnagel Sommerfest

08.10.2014 Münster, Sputnikhalle

09.10.2014 Köln, Gebäude 9

10.10.2014 Stuttgart, Wagenhallen

11.10.2014 CH-Zürich, Exil

13.10.2014 Frankfurt, Zoom

14.10.2014 Heidelberg, Karlstorbahnhof

15.10.2014 Erlangen, E-Werk

16.10.2014 München, Strom

17.10.2014 AT-Graz, PPC

18.10.2014 AT-Linz, Posthof

20.10.2014 Dresden, Beatpol

21.10.2014 Leipzig, Conne Island

22.10.2014 Berlin, Lido
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