Den Liebeskummer? Unverhohlen gibt der 29-jährige Barde zu, dass ihn der Verlust seiner großen Liebe zu seinem Debütalbum „Paint Your Perfect Day (ab morgen, via Timezone) inspiriert hat. Also müsste die Headline „James Ocean besiegt seinen Liebenskummer“ lauten. Doch – erstens ist er noch jung genug, um seine nächste und vielleicht noch größere Liebe zu finden. Zweitens ist sein Album vom großen Trotzdem beseelt. Und nicht etwa vom Jammerlappentum, das wir uns da einmal ganz klar verstehen.

Strahlt Zuversicht aus: James Ocean (Timezone)
Strahlt Zuversicht aus: James Ocean (Timezone)

Und da ist sie, die nächste markante Stimme am Singer-Songwriter-Firmament: Gestatten, James Ocean. In ihr paaren sich Buskertum mit Hybris, Dreck mit Glamour, Abgefucktheit mit nonchalanter Grandezza. Hierfür: Chapeau (und hoffentlich jede Menge Münzen in ihm).

Das Einzige, was „Paint Your Perfect Day“ vielleicht zu bemäkeln wäre, ist die Auswahl der Coverversionen. Denn mit „Video Games“ (Lana Del Ray), „Lovely Day“ (Bill Withers) „Budapest” („Wunderkind” George Ezra Barnett, als Bonus) und dem ergreifend intonierten „We Are Alive“ (Paul van Dyk) hat er die songschreiberische Messlatte dermaßen hoch gelegt, dass seine eigenen Songs dagegen leider, wenn auch nur ein ganz klein wenig, abfallen müssen.

So stoßen mitunter doch arg plätschernde Songs auf James Oceans‘ Stimme, welche die Kohlen dann wieder aus dem Feuer zu holen hat. Dabei erinnert er an den nicht nur stimmlich ähnlich veranlagten Niederländer Lukas Batteau, die beiden sollten gemeinsam auf Tour gehen!

timezone-records.com

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