Interview mit Trans Am

Volume X – Ein Kapitel mehr, mit Sex

Am 15. August erscheint über Thrill Jockey (RTD) das neue, das zehnte Album von der „Synthie-Rock-Band“ (Wikipedia) Trans Am. Anlass genug, um fix mal nach Washington D.C. zu telegraphieren, um von Schlagzeuger Sebastian Thomson zu erfahren, was es mit dem aktuellen Werk der „Heavy American Electro Rock“-Band (Eigenaussage) auf sich hat. Tourdaten folgen!

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Und siehe da: FRAKTUS beeinflussten wie Sau. Auch Trans Am (Liz Caruana)

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amusio: „Das zehnte Album – ,Volume X‘! Ein Grund zum Feiern oder eher eine Art Zäsur?“

Sebastian Thomson: „Definitiv ein Grund zum Feiern! Ich vermute, dass Du mit Zäsur schlicht eine Pause meinst, und ja, Auszeiten nehmen wir uns immer mal gerne. Aber von einem Bruch innerhalb unseres Schaffens als Trans Am würde ich nicht sprechen. Wir haben über all die Jahre nun einmal nicht am selben Ort gelebt, darum ist es immer ein Fest, wenn wir zusammenkommen, um Songs zu schreiben, sie aufzunehmen und live zu spielen. Nicht viele Bands können sich rühmen, in der Urbesetzung zehn Alben veröffentlicht zu haben. Auch darum sind wir so ziemlich in Partylaune! Und mehr noch aufgrund der Tatsache, dass wir über die lange Strecke viele Menschen erreichen konnten, die Trans Am ebenso schätzen wie wir uns selbst.“

amusio: „,Volume X‘, zehn Tracks. Kein Konzept, aber doch mehr als nur eine Ansammlung von Liedern?“

Sebastian Thomson: „Sounds good to me!“

amusio: „Wie ist es um den Kompositionsprozess bestellt? Geht ihr nach einem Plan vor, der die euch zuzutrauenden Exzesse von Vornherein bannt, oder lasst ihr es einfach geschehen und sortiert anschließend aus?“

Sebastian Thomson: „Wir verfügen normalerweise über das Dreifache an Material als der Rahmen einer Platte oder CD zulässt. Wir nehmen dann sehr bewusst etwas Abstand von unseren Ergebnissen, vielleicht so an die drei bis vier Monate. Und dann setzen wir uns zusammen und entscheiden, was auf die anstehende Scheibe kommt. Und zwar unabhängig davon, wie intensiv und zeitaufwändig wir an etwas gearbeitet haben. Was dann nicht mehr frisch klingt, uns selbst nicht mehr begeistert, das bleibt dann außen vor. Das tut nicht weh, das ist befreiend. Das führt weiterhin dazu, dass wir in der Rückschau auf vorherige Alben ziemlich reaktionär agieren. So erscheint uns heute ,Thing‘ als zu düster und aggressiv, ganz im Gegensatz zu ,Volume X‘.“

Im Wettbewerb gut aufgestellt: Trans Am (Mike Seely)

Im Wettbewerb gut aufgestellt: Trans Am (Mike Seely)

amusio: „Ihr seid dafür bekannt und werdet dafür geschätzt, dass ihr sämtliche Styles und Genres genussvoll durch den Fleischwolf zu drehen versteht. Also sie gleichsam zu zitieren als auch neu zu interpretieren. Gestaltet ihr diese Inkohärenzen bewusst als eine Art Rätselspiel für Eure Hörer?“

Sebastian Thomson: „Unsere Durchmischung ist sicherlich nicht als Problemstellung gedacht, die von unseren Hörern aufzulösen gilt. Unsere Musik ist keine intellektuelle Aufgabe. Vielmehr eine Hommage an die Musik, die wir mögen. An Musik die uns inspiriert – und uns die Möglichkeit eröffnet, die damit jeweils verbundenen Stilistiken zu kombinieren. Vielleicht macht uns das so besonders. Wir bauen Brücken zwischen Genres, die der Hörer vielleicht aufgrund von Stammesdünkel als nicht zu vereinnahmend, als unüberbrückbar erachtet.

amusio: „Eure neuen Titel, insbesondere ,Reevaluations‘  oder ,Ice Fortress‘  weisen eine stark deutsch geprägte Schlagseite auf. Krautrock und Electronica, oder habe ich mich da verhört?”

Sebastian Thomson: “Keineswegs. Wir sind Fans! Schon als Kind habe ich Kraftwerk und Tangerine Dream geliebt. Später, da war ich schon Teil von Trans Am, kamen dann Can, Neu!, Harmonia, Ash Ra Temple, Cluster, Faust und viele andere als Inspirationsquellen hinzu. Wenn Du gut hinhörst, dann wirst Du feststellen, dass uns etwa das Schlagzeugspiel von Klaus Dinger oder die Gitarre von Manuel Göttsching stark beeinflusst haben.“

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