OK, das Subgenre „Doom Soul“ (Cold Specks) ist ja durchaus nachvollziehbar. Aber „Surf Doom“?! Tja, da braucht es das Debütalbum „Annabel Dream Reader“ von The Wytches, einem flotten Dreier aus dem bepierten Seebad Brighton, um zu verstehen, was damit gemeint ist. Am 22. August wird es via Heavenly/PIAS das Licht der Plattenläden erblicken. Und dem Hörer wird ein Licht aufgehen. „Surf Doom“? „Doch, das geht“ (Gerhard Polt). Vor allem, wenn man vor Brightons Stränden surft…

Surf Doomer der ersten Stunde: The Wytches (Heavenly)
Surf Doomer der ersten Stunde: The Wytches (Heavenly)

Volljährig sehen sie nicht gerade aus: Kristian Bell (Stimme, Gitarre, Orgel), Dan Rumsey (Bass) und Gianni Honey (Schlagzeug), doch Jugend schützt bekanntlich vor Altersweisheit nicht. Und so schrammeln die drei Spunde auf „Annabel Dream Reader“ eine bis dato ungehörte Melange aus desillusionierter Lebensfreude und knarzender Eingängigkeit aufs Parkett, dass einem für die Dauer des Albums vor lauter Hören das Sehen vergeht.

Als leidiger Anspieltipp sei „Fragile Male“ anbefohlen, da hier aufs ätzend Eingängigste die Sonderstellung des Trios untermauert wird. Hier gibt es kein Entrinnen, wiewohl auch die anderen 12 Tracks mit gut verdrecktem Chic und Charme die an den Stränden dieser Welt feilgebotenen Maronen aus dem Feuer klauben. Das ist sehr lecker, aber auch so heiß, eher verbrennt man sich bei den Wytches das Mäulchen, als dass man sich an ihnen sein Mütchen kühlen könnte.

Huuuaahhhh: "Annabel Dream Reader", The Wytches
Huuuaahhhh: „Annabel Dream Reader“, The Wytches

Live haben sie zuletzt als Eröffnende für die Blood Red Shoes die Gewinnerseite kennengelernt. Das sollte sie dazu ermutigt haben, die dort bereits bewiesenen Qualitäten erneut auf jene loszulassen, die „Surf Doom“ längst nicht nur vor- und rückwärts buchstabieren können. Und dies bitte nicht nur, wie bereits bestätigt, in ihrer angelsächsischen Heimat.

Video: „Digsaw“
youtube.com/watch?v=W9FQ7eMV-CQ

thewytches.com

heavenlyrecordings.com

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