Indie Neo-Folk aus Lettland

Karneval in Riga

So, so: Gerademal der baltischen Heimat entwichen, schon erlauben sich die Gebrüder Emils und Edgars Kaupers, Aleksis Luriṇṧ und Roberts Vanags als Carnival Youth eine rechte Unverschämtheit. Eine Platte mit dem hochtrabenden Titel „Never Get Enough“ veröffentlichen und dann – nach nur fünf Stücken, die verdammt Bock auf mehr machen – gleich wieder aufhören. Ach, es handelt sich um eine EP (ab morgen, via popup-records/Believe Digital)?! Na, dann bleibt die Prügelstrafe mindestens bis zur Prinzenproklamation ausgesetzt. Darauf ein Ventspils!

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Das ganze Jahr: Carnival Youth (facebook.com/CarnivalYouth)

Das ganze Jahr: Carnival Youth (facebook.com/CarnivalYouth)

Was da aus dem historisch, landschaftlich und kulturell bekanntermaßen äußerst vielseitigen Lettland drängt mit „Never Get Enough“ eine mittlere Sensation ans globale Ohr: Carnival Youth schütteln fünf Songs aus den Ärmeln, die von einer erfrischenden Freizügigkeit zeugen, sowohl was die Wahl der musikalischen Mittel als auch der Worte betrifft („Brown Eyes And All The Rest“). Ihr folkiges Gerüst mag seine Standfestigkeit althergebrachter Kenntnisse verdanken, doch sein Aufbau ist neuesten Datums.

Die Carnival Youth setzt auf Eingängigkeit, nicht auf Beliebigkeit. Ihre Visitenkarte „Never Have Enough“ beinhaltet ein Quintett beeindruckender Liedkunst, das vom ersten Akkord an eben nicht jene vollends geebnete Richtung nimmt, die üblicherweise gerne eingeschlagen wird.

Fünf Tracks sind nie genug: "Never Have Enough" (Carnival Youth / Live Riga)

Fünf Tracks sind nie genug: „Never Have Enough“ (Carnival Youth / Live Riga)

Umso erstaunlicher, wie das Ziel eines rundum gelungenen Songs gleich fünfmal sicher erreicht wird. Das hat Hand und Herz und Fuß, das sitzt, passt, wackelt und hat dennoch Luft nach oben; die Tage bis zum ersten Longplayer, sie dürften gezählt sein.

Live standen (z.B. das Budapester „Sziget“) und stehen noch einige Festival-Teilnahmen an (diese Woche: Reeperbahnfestival!), dann geht es auf Clubtour. Wetten, dass Carnival Youth dann mit einem Set aufwarten werden, das weit über die Leckerlis ihrer Debut-EP hinausgeht? Na also, alles wird gut. Alaaf!

Bestätigte Daten:

20.09. Leipzig, Moritzbastei
03.10. Wien, Waves Vienna Festival
08.11. Singwitz, Kesselhaus
12.11. Würzburg, Wunschlos Glücklich
13.11. Nürnberg, Club Stereo
14.11. Schwäbisch Hall, Paula Will Tanzen

“Brown Eyes And All The Rest” im schicken Remix:
soundcloud.com/kashuk/carnival-youth-brown-eyes-and-all-the-rest-kashuks-remix

Mit 100.000+ Clicks schon ein erster Hit: “Never Have Enough”:
youtube.com/watch?v=KbKV-jCjlaI

facebook.com/Carnival Youth

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