Gothic Castle - die Premiere

Da capo, Spätsommernachtstraum!

Angesichts des rundum geglückten Verlaufs der ersten dezidiert „schwarzen“ Veranstaltung in der Burg Satzvey bleibt an und für sich nur eine Frage offen: Warum erst jetzt? Denn die Location erwies sich als Austragungsort eines erstklassigen Szene-Events beinahe überqualifiziert, die Organisation als nahezu perfekt, das Angebot an Speis, Trank, erlesenen Marketendern, Showeinlagen und außeralltäglichen Bands geradezu großartig. Es wird wohl kaum einen Anwesenden geben, der sich in Gedanken nicht schon auf der Neuauflage im kommenden Jahr wähnt, bestens aufgehoben und unterhalten.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Willkommen auf Burg Satzvey (Stephan Wolf)

Willkommen auf Burg Satzvey (Stephan Wolf)

Nein, über das Wetter zu mosern entbehrt in diesem August jeglichen Esprit. So blieb auch das Gothic Castle in der Voreifel nicht von perennierenden Regengüssen und herbstlichen Temperaturen verschont. Aber der Burghof bot über Tag und Abend hinweg ausreichend trockene Refugien, zur Nor stellte man sich bei Skullrose Design unter, um sich an den und für die dort zu bestaunenden Design-Flammöfen zu erwärmen. Zur Nacht kamen in den Bourbonensälen ohnehin alles und alle zusammen. Um zu feiern, Freundschaften zu schließen oder zu vertiefen, zu tanzen (DJ Per-Anders Kurenbach).

Doch halten wir uns nicht allzu lange bei der Musik „vom Band“ auf, referieren wir lieber über die live dargebotenen Leckereien. Schon im Vorfeld konnte die Zusammenstellung nur bass erstaunen: Vier Acts aus vier Ländern, alle mit der Fama des Besonderen gesegnet – das Knistern hoch gesteckter Erwartungen machte die Runde … und sollte sich in Begeisterungsstürmen entladen.

Den geilen Reigen eröffneten Hammerorgan Magriet Mol, Drummerin Karin Mol, Keyboarderin Manon van der Hidden, Jett Dadswell am Bass und Ace Frehley in schwarz-Wiedergänger Rik „ich bin nur der Gitarrist und, ach ja, die Songs schreibe ich auch“ Janssen mit einem packenden (und sachkundig ausgesteuerten) Set „between dreams and destiny“ (Albumtitel). Weiß Frau Antje, warum aus dem Kikkerlandje aan Zee so viele herausragende Goth-Metal-Acts mit weiblicher Diktion stammen: Within Temptation, Epica … und Asrai! Ohne sich, wie in dem Genre leider üblich, zu sehr aus dem Fenster zu lehnen, bringen sie ihre durchdachten Songstrukturen jederzeit auf den Knackpunkt. Die Veranstalter (noch) größerer Festivals sollten Asrai mal fix auf dem Zettel haben!

Rik (Asrai) benimmt sich (Stephan Wolf)

Rik (Asrai) benimmt sich (Stephan Wolf)

Was auch für die Mailänder Bloody Mary gilt! Latent frustriert von der mangelnden Akzeptanz in der Heimat zeigte der Fünfer in der Eifel souverän und selbstbewusst was in ihm steckt: die ganz große Schule! Herausragend die Performance des deutlich vernehmbar klassisch ausgebildeten Sängers Aldebran, dessen Bewegungsabläufe und Gesten gleichermaßen an Gary Numan und Dave Gahan gemahnten. Die Songs entwickelten kurzerhand ein veritables Eigenleben, gestatteten sich selbst und dem erstaunten Publikum einen melodiösen Höhepunkt nach dem anderen. Wer auch immer Bloody Mary nach Satzvey gelockt hat, er hat sehr gut daran getan und einen phantastischen Riecher bewiesen.

„Er“?! Na, es dürfte in erster Instanz der Veranstalterin Sibylle Nix und ihrem Team von „Funkelglanz“, genauer: ihrem und deren feinen Trüffelschwein-Näschen zu verdanken sein, dass eine Band wie Bloody Mary ihr Bestes endlich mal wieder vor einem Publikum geben konnte, das die Haltung der Akteure besterdings ad hoc zu verinnerlichen wusste.

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