Stoneman im Interview

„Wir wollen es so groß es geht“

Endlich ergießt sich der unwiderstehliche Charme und Sex-Appeal der „Goldmarie“ auf die Bühnen der Nationen. Stoneman aus der Schweiz (Zürich, St. Gallen, Singen/Deutschland) nahmen das „Gothic Castle“-Event zum willkommenen Auftakt einer Tour, auf der sie beabsichtigen, ihre grandiosen Lieder „gerne so an die zweihundert Mal“ zum Allerbesten zu geben. Nein, Mikki (Gesang), Rico (Schlagwerk), Jadro (Gitarre) und Dee am Bass wollen weder kleckern, noch klotzen. Sie wollen ganz bescheiden und schlicht das Beste geben, was in ihnen steckt. Und das ist viel mehr als gemeinhin genug …

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Mikki zu Satzvey an der Goldmarie (Stephan Wolf)

Mikki zu Satzvey an der Goldmarie (Stephan Wolf)

Da die Band unisono Einigkeit in den getätigten Aussagen aufwies, erscheint es statthaft, die nun folgenden Statements nicht als einem einzelnen Mund abstammend auszuweisen. Gut, Mikki und Rico erwiesen sich als Stoneman-Urgesteine wortführend, doch auch Jadro und Dee zeigten sich kongruent, wenn es galt, etwas in den Brei zu brocken.

Stoneman: „Wir hatten uns vorgenommen, kompromisslos die Carte Blache zu ziehen, ganz oder gar nicht lautete die Devise. Und so haben wir mit neuen Mitstreitern und Partnern etwas in Angriff genommen, was uns im Ergebnis endlich zusagt.“

amusio: „Doch die Meriten, die Ihr als Stoneman bereits erworben habt, wollen doch nicht unter den Scheffel gestellt werden?“

Stoneman: „Keineswegs, Stoneman war schon vor ,Goldmarie‘ eine scharfe Nummer! Doch wir haben uns nach bestem Wissen und Gewissen neu aufgestellt, jetzt agieren wir professionell. In zehn Jahren entwickelt man sich auch weiter! Es gibt keinerlei Grund, das mittlerweile entstandene Selbstverständnis zu verhehlen. Aber nun verstehen wir uns als ein Unternehmen, als eine Firma, und jeder hat seinen Job. Doch wir bleiben die Band, die einfach Bock hat.“

amusio: „Auch auf Kosten des Verlusts zuvor erworbener Anerkennung?“

Stoneman: „Ach, nicht umsonst haben wir unseren Slogan aus vergangenen Zeiten, ‘Wer ficken will muss freundlich sein‘, mit in unsere aktuellen Libretti übernommen. Ging es in der Urversion tatsächlich ums Poppen, so zieht der Text im Gewand der ,Goldmarie‘ andere Saiten auf. Eben universeller und weniger plakativ provokant. Es scheint aber, dass wir es vermocht haben, die Fans der ersten Stunden überwiegend bei Laune zu halten. Sie finden dann doch zu Stoneman zurück, obwohl wir den ,Die-Hard-Metallern‘ mit der ,Goldmarie‘ sicher so einiges zumuten. Am ehesten wird ,Goldmarie‘ von den Genießern des Vorgängers als Zumutung empfunden, ,Human Hater‘, war ja geradezu black-metallisch ausgefallen, während bei unseren vorherigen Scheiben, deren Urheberschaft wir keineswegs in Abrede stellen wollen, die  ,Goldmarie‘ schon anwesend war.“

Size does matter: Stoneman live! (Stephan Wolf)

Size does matter: Stoneman live! (Stephan Wolf)

amusio: „Und jetzt kommt ihr mit einem Album um die Ecke, das ihr selbst, auf eurer Homepage, als ,poppig‘ bezeichnet…“

Stoneman: „Poppig im Sinne von präzise produziert, rund, dunkel und saugeil. Unserem Produzenten Steve van Velvet zu Berlin sei Dank! Dass es sich nicht um generische Popmusik handelt, das dürfte klar sein und bleiben. Wir haben die Unausgewogenheiten von früher eliminiert, gehen nun radikal auf die Hook, haben uns mit Jadro und Dee neu aufgestellt und lassen keine Halbherzigkeiten mehr zu. Wir wollten es so groß es geht! Und nun bieten wir einfach das beste und hochwertigste Produkt! Wir sagen Ja zum Erfolg, zur Freude unserer Hörer und Fans!“

amusio: „Wäre angesichts der neu entstandenen Habachtstellung  nicht auch eine Umbenennung Ambach gewesen?“

Stoneman: „Wir haben sicherlich den ein oder anderen Gedanken daran verschwendet. Doch letztlich überwog das Herzblut, das uns mit dem Namen verbindet. Irgendwann fiel uns kein guter Grund mehr ein, der eine Umbenennung hätte rechtfertigen können. Wir sind und bleiben Stoneman!“

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