Till Brönner veröffentlicht heute seine Hommage ans bewegte Bild mit seinem „The Movie Album“ (Verve Records/We Love Music/Universal). Die entsprechend hohen Erwartungen übertrifft der Crooner der Trompete locker: Mit stilvollen Arrangements für eine vielleicht noch etwas zu vorhersehbar oder, je nach Geschmack, etwas zu gewagt ausgefallenen Auswahl berühmter Filmmelodien und Liedern wie „As Time Goes By“, das Joy Denelane erlesen interpretiert.

Vom Dreh zum Set und umgekehrt: Till Brönner (Ali Kepenek)
Vom Dreh zum Set und umgekehrt: Till Brönner (Ali Kepenek)

Lizzy Cuesta übernahm Joy Denelanes Part gleichermaßen beeindruckend bei „Moon River“, für „Raindrops Keep Falling On My Head“ trat Till Brönner selbst als Sänger vors Mikro, wobei er als Vokalist klar besser abschneidet als etwa Benny Hill, wenngleich nun beide verbindet, jeweils eine mutige Version des Burt Bacharach-Klassikers der Liedkunst erschaffen zu haben. Ja, man merkt es schon, Till Brönners „Movie Album“ bietet reichlich Abwechslung und wird somit ihrem Gegenstand (knapp 80 Jahre Tonfilmgeschichte) durchaus gerecht.

Gut gewählt der Einsteiger „When You Wish Upon A Star“, wo Brönners Trompete auch geeigneter erscheint als etwa die Stimme von Gene Simmons (der sein erstes Soloalbums 1978 mit jenem Stück ausklingen ließ). Ob hingegen „Moon River“, „Stand By Me“ (Gregory Porter singt) oder „My Heart Will Go On“ unbedingt hätten sein müssen? Haben wir diese Melodien nicht so langsam mal satt? Nun, im Duktus von Till Brönner bekommt man wieder Appetit.

Und – mit seinen Versionen von Ryuichi Sakamotos „Forbidden Colours“ oder Jan Hammers „Crockett’s Theme“ beweist er Sinn für das noch nicht allzu häufig Reproduzierte, Sinn für Humor hingegen mit Pharell Williams‘ „Happy“ zum Ausklang. Was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass es sich bei dem „Love Theme from Cinema Paradiso“ um das absolute Glanzstück der Kollektion handelt.

Nicht nur Till Brönner gilt Ennio Morricone „als der beste Filmkomponist aller Zeiten. Er hat eine nahezu perfekte Melodie geschrieben, zu der es theoretisch noch nicht mal einen Film geben müsste. Wie die Akkorde verlaufen und wie logisch die Komposition aufgebaut ist, das hat die Qualität eines Johann Sebastian Bach“, so der begnadete Bläser und „Pop-Professor“ (lehrt an der Carl Maria von Weber Hochschule zu Dresden „Jazz“ und „Rock“).

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