Robin Gibb lebt

50 St. Catherine’s Drive

Das Back-Coverphoto ist trefflich gewählt worden: Von hinten sehen wir einen irischen Wolfshund an der Seite von Robin Gibb schlendern, die Besten sterben früh. Aber hiermit soll es auch genug der Sentimentalität sein, die sich immer einschleichen will, sobald uns von uns Gegangene wiederbegegnen. Von dem seit Jahrzehnten eng mit Jethro Tull verbandelten Produzenten Peter-John Vettese (nebst anderen Credentials) offenbar gehörig angestachelt, hat Robin Gibb mit „50 St. Catherine’s Drive“ (Rhino Records/Warner) ein Vermächtnis geschaffen, das in einzigartiger Weise zeigt, wie ergreifend eingängige Popmusik funktioniert.

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Vorsicht, dieses Album kann glücklich machen: "50 St Catherine's Drive" (Rhino/Warner)

Vorsicht, dieses Album kann glücklich machen: „50 St Catherine’s Drive“ (Rhino/Warner)

„50 St. Catherine’s Drive“, dort, auf der Isle Of Man, lebte der junge Robin Gibb, bevor es für ihn und seine Familie nach Australien ging. Um von dort aus eine Popgeschichte zu schreiben, die für sich steht und die kaum der Fußnoten bedarf. Sicherlich ist es nicht vermessen zu vermuten, dass die Bee Gees auch in zig Jahren noch vernommen werden, dass sie schlicht zeitlos sind. Und Robin Gibbs Abschiedsalbum reiht sich nahtlos in die Historie der Großmeister ein.

Bevor einzelne Songs hervorzuheben wären, muss dringend auf das Booklet der Veröffentlichung hingewiesen werden: Dwina Murphy Gibb, Robins Ehefrau, hat zu jedem Song sehr einfühlsame Liner-Notes beigesteuert, die Photos (die teilweise auch von ihr stammen) erwecken den Eindruck, einen engen Freund betrachten zu können. So persönlich as fuck (pardon).

So behalten wir ihn in Erinnerung: Robin Gibb (Bill Waters)

So behalten wir ihn in Erinnerung: Robin Gibb (Bill Waters)

Kurz zur Musik, die (grob gestrickten) Texte außen vor: Wer Klang gewordenes Pathos im Sinne eingängiger Unbeschwertheit nicht ertragen kann, der erweist sich bestens geeignet, um mit „50 St. Catherine’s Drive“ der akustischen Folter ausgesetzt zu werden. So es der Wahrheitsfindung dient.

Und nicht im Weine liegt sie, die Wahrheit, sondern in der Erkenntnis, dass ein simples „Sorry“ (nur einer von insgesamt 17 ausgezeichneter Tracks) von Robin Gibb auch die ärgsten Verletzungen heilt, ganz gleich bei wem er sich dort zu entschuldigen gedenkt. Er braucht sich nicht mehr zu entschuldigen, wir jedoch stehen noch in der Pflicht, ihm mit dem Erwerb dieser schier jenseitigen Scheibe zu gedenken.

Dwina Gibb über die Beziehung mit ihrem verstorbenen Ehemann:
telegraph.co.uk/news/11023566/Dwina-Gibb-on-her-Bee-Gees-husbands-affair-with-their-housekeeper.html

Reinhörer:
youtube.com/watch?v=CketxWhX4U0

 

Oder so (Bill Waters)

Oder so (Bill Waters)

 

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