Der Countdown neigt sich seinem Ende zu: Am Donnerstag nimmt das Denovali Swingfest in der Essener Weststadthalle Fahrt auf. Neben 22 (!) weiteren erlesenen Acts des „Experimental Music“ Festivals präsentieren Pan & Me eine der jüngsten Veröffentlichungen des veranstaltenden Gardelabels: „Ocean Noise“. Christophe Mevel (The Dale Cooper Quartet & The Dictaphones) verwirklicht hier nach dem Pan & Me-Debut „Paal“ erneut seine Vision einer musikalischen Reise ins vertraut Ungewisse und lohnend Schöne.

Hören statt sehen: "Ocean Noise", Pan & Me (Denovali)
Hören statt sehen: „Ocean Noise“, Pan & Me (Denovali)

Während „Paal“ mit der Konzentration aufs Piano und mit seinen repetitiven Strukturen Vergleiche zu Wim Mertens oder Angelo Badalamenti anbot, geriert sich „Ocean Noise“ abstrakter, entrückter. Ein bestimmbarer Reiseverlauf steht nicht zur Debatte, es geht um die Beschreibung imaginärer Orte an sich. Nicht wo die Wellen schlagen und sich brechen ist entscheidend, nur dass sie es tun. Und dass Christophe Mevel anhand unbegrenzt anmutender Schichten und subtilen Verflechtungen dem Ansatz einer musikalischer Entsprechung gerecht wird.

Doch sein Ozean ist ruhiger, sehr ruhiger Natur. Sturm und Seebeben bleiben außen vor, so sie letztlich das Wasser auch nur bewegen und in seinen Eigenheiten nur vorübergehend beeinflussen. Wie der Mond, der genügsam und verlässlich über allem wacht und seinen Einfluss berechenbar geltend macht. Nur zum Ende von „Ocean Noise“ hin entsteht, Stichwort Konkretisierung, aus einer wohlfeilen Brechung die Ahnung von Ungemach.

Wer jetzt noch einen musikalischen Vergleich benötigt, der greife etwa zu Stars Of The Lid, nur das Christophe Marvel zur Entfaltung seiner Ideen lediglich einen Bruchteil jener Zeit benötigt, die von der genannten Referenz in Anspruch genommen wird, um zu ähnlichen Ergebnissen zu gelangen, als da wären: eine Ästhetik milder Naturschönheit, eine jeglicher Bedrohung enthobene Erhabenheit sowie ein aus Meeresschaum destilliertes Balsam für den aufgeriebenen Leib, mithin ein Tonikum für die waidwunde Seele.

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