Einen gewaltigen Batzen setzen sie mit „Code Red“ (Revolver Distribution Services/Rough Trade) in die Welt: Gitarren-Professor (am Berklee College) David „Fuze” Fiuczynski, Percussionist Daniel Sadownick (Steely Dan, Taylor Swift etc.) und Sänger Freedom Bremner. Unterstützt werden die Screaming Headless Torsos von Drummer Biscuit Rouse (Sideman von Lauryn Hill) und Bassist David Ginyard (ansonsten mit Solange Knowles unterwegs). Das brodelt, das schießt und sprießt – mit einer aufreibend schweißtreibenden Mischung aus brachial knackigem Funkrock, R&B-Krudismen, jazzigen Einschüben und jede Menge Soul auf der Ahnenliste.

Die rote Breitseite: Screaming Headless Torsos (Revolver Distribution Services)
Die rote Breitseite: Screaming Headless Torsos (Revolver Distribution Services)

Wenn die Screaming Headless Torsos auf „Code Red“ zu richtig großer Form auflaufen (und das tun sie auf dem Album nahezu von Stück zu Stück), so dürfte das für Nicht-Kenner zum Weglaufen sein. Denn sie kennen – bis auf den eigenartig (trügerisch) biederen Titeltrack – kein Pardon und schleudern einem ihren Crossover mit unberechenbarem Groove derart um die Ohren (und in die Magengrube, bzw. je nach Veranlagung noch ein Stückchen tiefer), dass es eine fordernde Freude ist.

„Almond Pear In Love“ mag als ein (eher noch gemäßigter) Anspieltipp durchgehen, zumal sich die Rabauken hier auf eine fette Hook verlassen, die allerdings (auch) in einem infernalischen Delir endet. Wenn Freedom Bremner anschließend die “Dead Christmas Trees” beschwört und beschreit und die Band sich wieder völlig entfesselt – dann gibt es zwischen Begeisterung und sofortiger Flucht kaum eine Wahl.

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