Yann Tiersen live in Köln

Studio Gloria

Das Kölner Gloria, Venue für die ganz besonderen Anlässe, vermeldet „Heute AUSVERKAUFT“: Yann Tiersen ist in der Stadt, um sein schon lange angekündigtes und insofern auch lange erwartetes Konzert vor einem auffallend heterogenen Publikum zu geben. Sein aktuelles und (neben dem Amélie-Soundtrack kommerziell bislang erfolgreichstes) Album „Infinity“ steht wie erwartet im Mittelpunkt. Und nicht nur in dieser Hinsicht erfüllt das sechsköpfige Ensemble die Erwartungen. Aber mehr auch nicht, Abweichungen vom Pfad der Präzision gibt es nicht zu vermelden.

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Nordisch kühl, stets elegant entrückt: Yann Tiersen live (Stephan Wolf)

Nordisch kühl, stets elegant entrückt: Yann Tiersen live (Stephan Wolf)

Die größte (um nicht zu sagen) einzige Überraschung des Abends: Black English, eine munter aufspielende Band aus L.A. (formerly almost unknown as „no“) im Vorprogramm. Doch nicht der schon millionenfach gehörte Indie-Folk-Wave Stadionrock des sympathischen Fünfers ist an sich Gegenstand der gelinden Verwunderung. Allein dass die Wahl auf die konventionell agierenden Kalifornier fiel, um für Yann Tiersen zu eröffnen, bleibt kontextuell rätselhaft. Dennoch freundlicher Applaus.

Yann Tiersen ist kein Mann der großen Worte. Seine Mitteilsamkeit erschließt sich über seine Musik, die längst keine Vergleiche mehr benötigt, um als autonom, eigenständig, einmalig und als jederzeit ihren Urheber verratend anerkannt zu werden. Mit einer beeindruckenden Vielfalt an Instrumenten, die von seinen Mitstreitern – hin und wieder im fliegenden Wechsel – bedient oder geteilt werden, entfaltet Yann Tiersen seine typische, zwischen minimal-filigran verschachteltem Kunstfolk und (melo-) dramatischer Sinfonik changierenden Kleinode.

Beinahe ein Rock-Outfit: Yann Tiesen live (Stephan Wolf)

Beinahe ein Rock-Outfit: Yann Tiersen live (Stephan Wolf)

In der Kürze liegt die Würze, die Kompositionen beschränken sich auch am heutigen Abend aufs Skizzieren und eine mitunter plötzlich einbrechende, aber stets schlüssige Conclusio. So bleibt die Aufmerksamkeit bei Künstlern und Publikum jederzeit auf hohem Niveau, zumal es dem Ensemble gelingt, mit der Auswahl der verwendeten Instrumente stimmungsvolle Verschiebungen zu erzeugen und Schwerpunkte zu setzen. Dominieren zunächst etwa die Schlagwerke (Glockenspiel, Xylophon), rückt anschließend der diverse Saitenanschlag in den Mittelpunkt.

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