Interview mit The Dark Tenor

„Als zurückhaltend würde ich meine gesangliche Leistung nicht bezeichnen“

Nachdem der Veröffentlichungstermin mehrfach verschoben wurde, ist es heute endlich soweit: Mit „Symphony Of Light“ (Polydor/Universal Music) erscheint das in jeglicher Hinsicht gelungene Debütalbum von The Dark Tenor, einer zwischen Licht und Dunkelheit oszillierenden Kunstfigur, hinter der sich ein anonymer Opernsänger verbirgt (und sich in ihr zugleich offenbart), der sich zum Ziel gesetzt hat, unsterbliche Werke der klassischen Musik in einer völlig neuen Form zu interpretieren, um so auch neue Hörerschichten zu erschließen. Ein heikles Unterfangen mit hehrem Ziel, an dem schon so mancher (wenn schon nicht in kommerzieller, so doch künstlerischer Hinsicht) gescheitert ist. Nicht so The Dark Tenor!

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Welcome to The Symphony Of Light (Polydor/Universal Music)

Welcome to The Symphony Of Light (Polydor/Universal Music)

amusio: „Die erste Frage: Duzt oder siezt man den Dark Tenor?“

The Dark Tenor: „Den kannst Du gerne duzen, so alt bin ich ja auch noch nicht (lacht).“

amusio: „Anders als Dein optischer Habitus vermuten lässt, scheinst Du doch ein recht mitteilsamer Zeitgenosse zu sein. Gilt dies nur für die PR oder bist Du generell ein offener Charakter?“

The Dark Tenor: „Abgesehen davon, dass ich mich als aufgeschlossenen Menschen bezeichnen würde, kommuniziere ich ja auch intensiv mit meiner Kunstfigur. Das schließt meine Texte ebenso ein wie die gesamte Geschichte, von der The Dark Tenor handelt. Eine Geschichte, die mit ,Symphony Of Light‘ ihren Anfang nimmt, mit den Live-Shows fortgesetzt wird und sich darüber hinaus weiter entwickeln wird. Doch hierzu will ich an dieser Stelle noch nicht allzu viel verraten.“

amusio: „Dein Erstlingswerk ist im positiven Sinne anders und vor allem überzeugender ausgefallen, als so mancher dies vielleicht vermutet oder gar befürchtet hatte. Mit dem leider handelsüblichen Geknödel von Populär-Tenören im Sechserpack hast Du rein gar nichts gemein. Zudem entziehst Du Dich dem Selbstzweck einer profanen Leistungsschau hinsichtlich Deines gesanglichen Vermögens. Warum diese Zurückhaltung?“

The Dark Tenor: „Als zurückhaltend würde ich meine gesangliche Leistung nicht bezeichnen. Eher als abwechslungsreich, aus der Fülle meiner Möglichkeiten schöpfend. Auch meinen Stimmumfang setze ich auf dem Album mit knapp vier Oktaven ein. Dabei entsprechen die Stimmfarben sicher nicht denen, die man von einem Tenor normalerweise erwartet. Aber das ist genau mein Ansatz. Ich wollte Varianten finden und eine Kombination unterschiedlicher Stilmittel einsetzen, die ich persönlich alle in mir vereine und die keinem Stereotyp entsprechen. Erst indem ich die klassischen Werke mit meiner Stimme und mit den in langer Vorarbeit entstandenen Arrangements neu interpretiere, kann ich sie als The Dark Tenor neu kontextualisieren und so auch für klassikferne Hörer interessant machen.“

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