Gracias ist ein Rapper, der aus dem Kongo stammt und in Helsinki lebt. Mit „Elengi“ (Cocoa/Warner Finland) erscheint morgen nach „Globe“ ein weiteres Album aus seiner Feder. Extrem geil (dem Vernehmen nach) höchstpersönlich produziert, ordentlich verzweifelt, dabei im Rap-Vortrag erfreulich unaufdringlich. Das verbal Veräußerte wird im Booklet fein säuberlich aufgeführt. „nigga what u worry bout? be about whatever you be about even out“. So schaut’s: Mankind is da Nigga of da world.

Pleasure and pain: Gracias (Snowhite)
Pleasure and pain: Gracias (Snowhite)

Um mal einen ganz populären Vergleich anzustellen: „Elengi” erinnert an Thomas D. in seinen, im positiven Sinne, düstersten Momenten. Nur frei von Anbiederung und Schwulst. Und selbst wenn sich Gracias als Rapper versteht, so hat seine Musik (und um die geht es hier!) schon längst den Grad zum TripHop überwunden. Also eine olle Kamelle in der Jackentasche auf dem Weg in die Altkleidersammlung? Um fünfzehn Jahre zu spät?

Es kommt auf den Standpunkt an, so ihn auch Gracias in seinen Texten (um die geht es hier letztlich auch!) immer mal wieder wechselt, beziehungsweise phasenverschiebt. Überstrapazierte Eindeutigkeiten, Selbstverständlichkeiten sind ebenso wenig sein Ding wie überkommene Posen. Seine Pose ist die eines kongolesisch-finnischen Rappers, der keine Halbherzigkeiten duldet.

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