Déjà-vu-Erlebnisse im Web. One Direction-Fans drehen frei

Vieles hat sich dank dem Internet geändert. Wir kommen schneller an Informationen heran und können genauso schnell diese verbreiten. Yeah. Genau das ist der 18. jährigen Fia Litton zum Verhängnis geworden. Nachdem sie Harry Styles von One Direction bei einem Konzert in Dublin getroffen hatte und Bilder von diesem Treffen via Twitter verbreitet hatte, wurde sie von Fans der drittplatzierten The X Factor-Gruppe beschimpft und sogar mit Morddrohungen überhäuft. Das Ganze nur wegen eines Bilds, auf dem sie einen Bussi – als mehr trau ich mich es gar nicht zu benennen – bekommt.

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Teenie-Band One Direction

Boygroup One Direction (Quelle: Sony Music, Tony Cutajar

Keine Frage, das gab es auch schon früher, nur die Geschwindigkeit des Informationsflusses hat sich extrem beschleunigt. Früher mussten Fans noch auf die Bravo oder Popcorn warten, um den neuesten Klatsch rund um ihre Idole und Götter zu erfahren.

Heute erfahren wir brühwarm, wer mit wem und was die Herren und Damen bevorzugt zu ihrem Glas Mineralwasser nehmen. Meistens noch bevor die betreffenden Personen Bescheid wissen, was sie getan haben.

Dieses Phänomen scheint besonders gecasteten oder jungen Bands und Künstlern vorbehalten zu sein. Erinnern wir uns nur um den Medienrummel rund um Tokio Hotel. Die Jungs konnten nicht mehr vor die Tür gehen, ohne dass ein Tweet durch die Welt ging. Oder an das Treiben von Justin Bieber. Keine Chance zum Abspannen. Immer im Rampenlicht, immer im Strudel von Twitter und Co.

Diese erzwungenen Strips im Netz sorgen sicherlich dafür, dass die Künstler nie an Aufmerksamkeit verlieren und ihre Fans sich dem Menschen näher fühlen, aber im Ernst: Wie geht es dem Künstler auf der anderen Seite? Dass interessiert niemanden und das wesentliche – die Musik – geht dabei völlig unter.

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Über Holger Sontopski

Junger Redakteur. Schon seit Jahren in der fränkischen Musikszene unterwegs. Hat eine Vorliebe für riffbetonte Musik, schaut aber dank seiner klassischen Musikausbildung gerne über den Tellerrand hinaus.