No One Is Lost

Stars im Rhythmus der Nacht

Das kommt davon: Für die Aufnahmen zu „No One Is Lost“ (ab 31. Oktober via PIAS/Ato/RoughTrade) beziehen die Stars ein Etagenstudio, das über einer der beliebtesten Gay-Discotheken Montreals liegt. Doch anstatt diesen Umstand zu monieren, legt sich die Band kreativ mit den wummernden Bässen und 4/4 Beats aus dem Basement an. Und siehe da: „No One Is Lost“ atmet den Schweiß und die Euphorie nächtlichen Treibens. Und das tut dem Sound der Kanadier so richtig gut.

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Ausgehfein: Stars (Shervin Lainez)

Ausgehfein: Stars (Shervin Lainez)

Alle bisherigen Alben, von dem Debüt „Nightsongs“ (die jedoch nicht von dem Radau einer Disco beeinflusst wurden) bis zum Vorgänger „The North“, spiegelten die innere Befindlichkeit des Bandgefüges wider. Mal romanisch entzückt, mal trauernd, mal wütend tünchte die emotionale Tendenz den immer wieder verblüffend originellen Indie-Wave-Pop des Fünfers.

Auf „No One Is Lost“ dominiert die Auseinandersetzung mit dem Nightclubbing und den damit verbundenen Kapriolen zwischen Erwartung, Erregung, Ekstase und Katzenjammer. Insbesondere für Letztgenannten haben die Stars wieder ein knappes Dutzend bezaubernder Songs erstellt, die zur beschwingten Reue einladen.

Der Opener „From The Night“ eignet sich indes hervorragend fürs Anglühen am Vorabend. Ein munterer Beat bereitet vor, die ungemein effektive Gitarre fordert zum Aufbruch auf. Was für ein Start! Dieses Niveau können zwar nicht alle Tracks halten, hin und wieder treten die Songs zwischenzeitlich ein wenig auf der Stelle herum, kriegen dann aber doch durchweg die Kurve zum gelungenen Ganzen.

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