Forever Rejuvenated

Alphaville, aufpoliert von Blank & Jones

Jan Pieter Blank und Rene Runge haben es wieder getan. Nach zuletzt Frankie Goes To Hollywood, Propaganda oder Hubert Kah widmen sie sich als Blank & Jones nun einer weiteren Musik-Ikone der 80er Jahre: Alphaville. Wie mittlerweile gewohnt, so hat das Kölner Produzentenduo erneut sämtliche Masterbänder gesichtet, um eine qua Repertoire erschöpfende, qua Soundqualität exzellente Aufbereitung zu erzielen. In enger Zusammenarbeit mit Marian Gold und Bernhard Lloyd (Alphaville höchstpersönlich) ist mit „So8os presents Alphaville – curated by Blank & Jones“ (ab 31. Oktober, Soundcolours/Soulfood) eine Kompilation entstanden, die den Wunsch nach ewiger Jugend für die Dauer einer Laufzeit (von weit über zwei Stunden) erfüllt.

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Nur echt mit Aufkleber: so8os Alphaville (Soundcolours/Soulfood)

Nur echt mit Aufkleber: so8os Alphaville (Soundcolours/Soulfood)

„Big In Japan“, „Sounds Like A Melody” „Forever Young“ – was 1984 die internationale Popmusikszene berührte und die Charts im Sturm eroberte, gehört noch heute zum täglich Brot sämtlicher Formatradios mit Retro-Fokus. Doch die von Blank & Jones meisterlich aufpolierten 12‘‘-Versionen fördern aus den genannten Gassenhauern noch dermaßen viel an Frische zutage, dass selbst die „großen Drei“ der Alphaville-Karriere wieder Lust auf sich selbst machen.

Auch die Maxi-Versionen von nicht mehr ganz so geläufigen Titeln („Universal Daddy“, „Sensations“) legen unvergängliche Werte frei. Ohne die Leistung von Blank & Jones schmälern zu wollen, erweist es sich dabei für Alphaville nach drei Jahrzehnten erneut von Vorteil, bei der damaligen Auswahl der Extended-Mixern nur die erste Garde verpflichtet zu haben: Jellybean, Steve Thompson sowie der stilbildende Zeus B. Held (dessen eigene Band, Fashion, auch mal eine ordentliche Renaissance verdient hätte!). Sogar ein Klaus Schulze hat mit Alphaville vor den Reglern und Knöpfen gesessen, um einen perfekten Sound hinzubekommen, einen Sound, den Blank & Jones zu entstauben zu verstehen, wie kaum ein Dritter.

CD 2 des Doppel-Sets enthält dann die Raritäten der Kurzform: B-Seiten, die Alphaville stets mit Facetten ausstatteten, um – von ihrem Hochglanz-Synthpop von Seite A ausgehend – bewusst auf falsche Fährten zu locken. Wer Alphaville auf ihre Hits reduziert, wird spätestens hier eines Besseren belehrt. Als Bonus gibt es noch einen Mix von Torsten Fenslau (Culture Beat) obendrein, nebst einem 36-seitigen Booklet, das neben Fotos aus dem privaten Album zu jedem (!) Track Linernotes von Marian Gold persönlich enthält.

Alles in allem wird Alphaville mit dieser hochfeinen Kompilations- und Remixarbeit als eine immens wichtige Band ihrer Zeit angemessen gewürdigt. Verjüngungskur geglückt.

alphaville.info
soeighties.de
blankandjones.com

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