Plattenküche 1411

Reflux der Woche

Ungefragt bestreiten Hookworms mit „The Hum“ (ab sofort, Domino/GoodToGo) den Auftakt zu unserer bunten Auslese taufrischer Tonträger. Nach dem allgemein sehr positiv aufgenommenen Debut „Pearl Mystic“ erweckt „The Hum“ den Anschein, einen Übergang zu Großtaten markieren zu wollen. Dass nur ja niemand neben das Seil der Wahrhaftigkeit tritt. Im Folgenden: Weitere Gradwanderungen im Auftrag der maßgeblichen Qualitäts-Zeitschrift „Klar & Wahr“ (aka „Wachturm“ für Davidianer).

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Clockwork Orange, "The Hum", Hookworms (Domino/GoodToGo)

Clockwork Orange, „The Hum“, Hookworms (Domino/GoodToGo)

Ungar mag besser munden als durchgekocht. Das mögen sich auch Hookworms gedacht haben. Potenziale lassen sich in der (etwas aufgesetzt wirkenden) Bösartigkeit, nein, Bissigkeit (Cover!) mehr als nur erahnen, doch die Stute lässt sich zurzeit noch beim Schäfer melken. Hookworms ziehen stets dann zurück, wenn bedingungslose Hengstpose gefragt wäre (Abspritzfaktor). Und das macht „The Hum“ zu einem Album, das Anpannung und Erschlaffung nachvollziehbar und somit zu einem Halbedelnierenstein macht. Die Koliken behalten wir uns also fürs nächste Mal vor.

OK, dann halt auf einfach: Antemasque (Caroline)

OK, dann halt auf einfach: Antemasque (Caroline)

Von Vorschusslorbeer überhäuft, stellt sich „Antemasque“ (Caroline) vor. Und klar, es darf nun fröhlich drauflos diskutiert werden, welche Richtung das neue Bandprojekt von Omar Rodriguez Lopez und Cedric Bixler Zavala nun eingeschlagen hat. Mehr At The Drive-In oder eher doch The Mars Volta? Die Antwort auf die der Diskussion zugrundeliegenden Frage liegt irgendwo dazwischen. Und das enttäuscht zunächst mal die Mars Volta-Fraktion. Risiko und Exzess bleiben gezähmt, obwohl Dave Elitch die Felle gerbt. Es sollte wohl Zugängliches mit den Mitteln des Mühsamen erschaffen werden. Doch die Rechnung geht erst beim vorvorletzten „Providence“ auf, hier wird die volle Karte ausgespielt, ganz ohne Zinken im Ärmel. Für ein Debutalbum eine Sensation. Ist ja auch eins, At The Drive-In und The Mars Volta passé. Also sind Antemasque hochgradig sensationell (im Wortsinne), wenn auch ein wenig zu viel gemein rockig, aus Mars Volta Sicht. Gut jetzt. Amen.

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