In ihrer schwedischen Heimat gehören Raubtier zu den ganz großen Nummern. Dort sind bereits vier Alben der Nordländer erschienen, allesamt mit veritablen Charterfolgen versehen. Dass sie bislang vom Rest der Welt nicht zur Kenntnis genommen wurden, dürfte zwei Gründe haben: Zum einen bedienen sie sich konsequent ihrer Muttersprache (ob Abba so groß geworden wären, wenn sie schwedisch gesungen hätten?), zum anderen liegt erst ab dem 28. November mit „Bestia Borealis“ (Despotz Records/Cargo) ein Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen vor, der den Raubtieren auch über ihre Landesgrenzen hinaus endlich jene Aufmerksamkeit bescheren wird, die sie unbedingt verdienen.

Klare Bildsprache: Raubtier, "Bestia Borealis" (Despotz Records)
Klare Bildsprache: Raubtier, „Bestia Borealis“ (Despotz Records)

Um gleich mit dem griffigsten Vergleich ins Schwedenhaus zu fallen: Nicht nur aufgrund des markanten Spracheinsatzes erinnert Raubtier an die (leider wohl verblichenen) Lifelover. Nur dass Raubtier wesentlich entschlossener, brutaler und direkter zu Werke gehen. Aber der schizoide Wahnsinn von Lifelover schimmert bei aller Brachialität immer wieder durch. Noch näher an Raubtier sind die Finnen von Ruoska, die allerdings gerne als „Suomi-Rammstein“ bezeichnet, auf die falsche Fährte führen. Mit Rammstein haben Raubtier nicht unbedingt allzu viel gemein, da ergibt der Vergleich zu deutschen Bands wie Drecksau oder Totenmond mehr Sinn.

So, genug der musikalischen Standortbestimmung per Namedropping! Das einzig verbliebene Gründungsmitglied (und somit Alpharaubtier) Hulkoff hat in seiner Karriere schon viel erlebt, um nicht zu sagen, alles, was die schwedische Szene so hergibt: Von unglaublichen Charterfolgen (schon das erste Demo „Kamphund“ ging ab wie Rückstoß), umjubelten Festival-Gigs bis hin zu Spielstätten, die von seinen Fans in Schutt und Asche gelegt wurden. Nun ja.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert