Was war das vor zwei Jahrzehnten ein Gewese, als dEUS mit ihrem ersten Album „Worst Case Scenario“ für jede Menge amtlicher Anerkennungstiraden seitens selbsternannter Checker für sich verbuchen konnten! Was da aus Antwerpen ans Ohr drang, wirbelte ordentlich Staub in früh verwüstete Seelen auf. Tom Waits lag auch in der heiß-schalen Luft, doch dEUS erschienen abgefahrener, unerhörter und – frischer. Was seitdem geschah, dokumentiert nun die Doppel-CD „Selected Songs“ ([PIAS]/RTD). Ein Querschnitt, der im Rundumschlag sämtliche Schaffensperioden aufwirbelt und durchmischt, aber leider ohne Novität auskommen muss.

Von (fast) allem etwas: Selceted Songs, dEUS ([PIAS]/RTD)
Von (fast) allem etwas: Selceted Songs, dEUS ([PIAS]/RTD)
Ob Tom Barmann und Klaas Janzoons anno 1994 schon geahnt haben, wie sich ihr Baby dEUS entwickeln würde? Sie dürften es verneinen, vollzog die Band im Laufe der Jahre gleich mehrere Metamorphosen, die zumindest die beiden Urgesteine letztlich unbeschadet überstanden haben. Metamorphosen, die sich kursorisch auf zwei stilistische Schwerpunkte reduzieren lassen: Zunächst auf die eingangs erwähnten musikalischen Dokumente der Zerrüttung, des Weltekels und des schmutzigen Glamours, später dann auf den des mainstreamigen, aber dennoch unberechenbar verschrobenen Adult-Pop.

Die Jubiläums-Compilation „Selected Songs“ geht nun keineswegs chronologisch vor, sondern würfelt Elitetracks aus allen Schaffensperioden munter durcheinander. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich. Und hier liegt die Krux: Um mit den ausgewählten Liedern dEUS kennenzulernen, dürften die 30 Tracks am Stück als glatte Überforderung am Ziel vorbeischießen.

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