Nach „The Obscure Department“ von vergangenem Jahr legt der Songwriter Robert Coyne an der Seite von Can-Legende Jaki Liebezeit nach: „Golden Arc“ (Meyer Records/Rough Trade) steht erneut für entkernte Liedkunst und offen gehaltene Kontemplation sowie für das kongeniale Harmonieren von skizzierter Gitarre, bedächtig formulierender Stimme und dem berühmt stoischen Beat. Ein Album, das Aufmerksamkeit einfordert, ohne sie vordergründig zu erheischen. Ein Album, in das man sozusagen hineinkriechen möchte. Um ihm ganz nahe zu sein – und um in ihm, sicher versteckt, nichts weiter zu tun hat, als gut zuzuhören.

Robert Coyne & Jaki Liebezeit, die 2. (Meyer Records)
Robert Coyne & Jaki Liebezeit, die 2. (Meyer Records)

Sorgfalt geht nicht zwangsläufig mit hohem Zeitaufwand einher. Die Aufnahmen zu „Golden Arc“ belegen diese These. „Wir haben wenig geprobt, noch weniger diskutiert … und die Aufnahmen gingen sehr schnell, jeder Song war nach ein paar Takes im Kasten“, bekräftigt Robert Coyne das geglückte Erschaffen im Schnellverfahren.

Auch die große Ehrfurcht vor Jaki Liebezeit hat sich gelegt. Inzwischen kommuniziert man auf Augenhöhe, was aber dazu geführt hat, dass Jaki Liebezeit einen größeren Einfluss auf die Songs genommen hat, als noch bei der ersten Zusammenarbeit. „Jakis Spiel hat die Stimmung eines Songs oft völlig verändert. Ich hatte mir zum Beispiel überhaupt keine Drums auf ,Guiding Hand‘ vorgestellt. Aber nachdem er ein paar Minuten hingehört und nachgedacht hatte, begann Jaki auf einmal, einen wunderschönen, rollenden Beat zu spielen, der perfekt passte. Für mich war das ein wundervoller Moment“, erinnert sich Robert Coyne gerne an die Aufnahmesessions zurück.

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