Kuba, Nicaragua, immer unterwegs

Die Neue von Wenzel: Auf die Poesie!

Hans-Eckardt Wenzel ist schon seit Jahrzehnten als Musiker (Autor, Regisseur) unterwegs und hat dabei kaum eine Auszeichnung ausgelassen. Nun zog es ihn samt seiner Band nach Kuba und Nicaragua auf Tour. Für ihn die willkommene Gelegenheit, in Havanna Teile seines neuen Albums „Viva La Poesia“ (Matrosenblau/Indigo, ab Freitag erhältlich) einzuspielen. Das karibische Flair schimmert durch, trifft auf die in Wenzels Texten analysierte deutsche Befindlichkeit und die sich von ihr ableitenden Sehnsüchte. Die Tour zum Album feiert übermorgen in Radebeul (nach Wenzels immerhin knapp zweiwöchiger Bühnenabstinenz) einen weiteren Auftakt.

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Wenzel, Viva La Poesia" (Matrosenblau)

Wenzel, Viva La Poesia“ (Matrosenblau)

Bei „Wenn der Kragen ganz verschwitzt ist“ lautet es: „Wenn die Taschen leer sind / lässt es sich am besten saufen“. Eine bezeichnende Zeile, kann sie doch nur von demjenigen unterschrieben werden, der stets über ausreichend Asche zur Befriedung seiner Bedürfnisse verfügt. Und zudem noch meint, sämtliche Eventualitäten abgesichert zu haben. Machen wir es kurz: Wenzel spielt Konsensmusik für Lehrkörper und Sozialarbeiter (aber nur mit Kindern, nicht mit den Junkies, bitte).

Auch die von ihm gehuldigte Poesie kann in eigener Sache nicht durchgängig überzeugen. Zu häufig biegt er zu schnell auf mehr oder weniger naheliegende Reimeffekte ab; seine Poesie pendelt zumeist zwischen bemühtem Kitsch und ödem Kabarett zu gewollt hin und her.

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