Der Nino aus Wien (Interview)

„Aus reiner Faulheit bezeichne ich meine Musik immer nur als Pop“

Raphael Sas, David Wukitsevits, Nino Mandl, Paul Schreier (Stephan Wolf)

Raphael Sas, David Wukitsevits, Nino Mandl, Paul Schreier (Stephan Wolf)

amusio: „Wie könnte man Dich oder Euch musikalisch einordnen? Als Psych-Pop vielleicht?

Der Nino aus Wien: „Die Sachen aus den 60er Jahren haben mir schon immer am besten gefallen, das passt schon. Aus reiner Faulheit bezeichne ich meine Musik immer nur als Pop. Über die Genrebegriffe denke ich kaum nach.“

amusio: „Deine Texte verbreiten häufig eine Aura der Unsicherheit, der Ambivalenz. Du verkehrst gerne das zuvor Behauptete in sein Gegenteil, Du arbeitest viel mit Kontrasten. Ist das Kalkül oder Ausdruck Deiner inneren Stimme?“

Der Nino aus Wien: „Dieses Schwanken, dieses nicht wissen, was als nächstes passiert, das hat mich bei Liedern und in der Literatur schon immer interessiert. Ich schreibe die Texte gleichzeitig mit der Musik: hier die Gitarre, dort das Laptop. Manche Lieder fließen einfach so aus mir heraus. Und ich lasse mich selbst überraschen, wohin sie führen. Bei anderen Liedern mache ich halt mehr Gedanken.“

amusio: „Aber überwiegend vertraust Du Deinem Stream Of Consciousness…“

Der Nino aus Wien: „Ja. Aber wenn ich beabsichtige, ein Lied über ein konkretes Thema zu schreiben, denke ich schon intensiver über Art und Struktur des Textes nach. Leichter fallen mir da schon Auftragsarbeiten, wie zum Beispiel ein Fußballlied oder ein Requiem für Red Bull, das fällt mir wiederum leichter.“

amusio: „Ein Requiem für Red Bull?“

Der Nino aus Wien: „Na, 2012 sollte doch die Welt untergehen. Und Red Bull Records hat zu diesem Anlass die ,allerletzte Platte‘ in Auftrag gegeben. Gegen Bezahlung habe ich dann das allerallerletzte Lied geschrieben, das allerletzte Lied auf der allerletzten Platte. Ein Requiem. Es geht darin aber weniger um den Weltuntergang, als vielmehr über Selbstmord. Was für den Selbstmörder ja keinen Unterschied macht. Aber ein Lied wie ,Wiener Melange‘, wo ich unter anderem auf die Drogenszene anspiele, hat eine Vielschichtigkeit, die nicht von selbst kommt, die ich aber sehr mag.“

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