Erasure in Köln

Charming Perfektion

Köln ward von Vince Clarke und Andy Bell auserkoren, um Schauplatz des ersten von insgesamt vier deutschen Konzerten der „Violet Flame“-Tournee zu sein. Wer vermutete, das Event würde zum Schaulaufen der ansässigen Gay-Community werden, der sieht sich getäuscht. Im Publikum dominieren Heteropärchen ab 40, was der phasenweise ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch tut. Schließlich bieten Erasure kaum mehr als Hits, Hits, Hits. Präzise, perfekt, beinahe steril. Wäre da nicht Andy Bell, dessen schiere Präsenz das Unterhaltungslevel des Abends durchgängig hoch hält.

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Frisch von Weihnachtsmarkt: Erasure (Stephan Wolf)

Frisch von Weihnachtsmarkt: Erasure (Stephan Wolf)

Andy Bell erscheint im Glitzerfrack, auf der Bühne des Palladiums, inklusive Zylinder. Umrahmt von zwei farbigen Sängerinnen und linkerhand flankiert von dem wie gewohnt als Phantom der Synthies erscheinenden Vince Clarke legt er sofort mit „Mon Amour“ los und hat schon gewonnen. Den Siegeslorbeer heimst er dann spätestens nach dem ersten Drittel des Sets ein. Denn da erscheint er (endlich?!) im „Joy Divison“-Top und denkbar knappen Panty.

Die Sinne zu erheitern weiß er überdies in Form von niedlichen Ansagen auf „deutsch“ wie etwa: „Ich habe eben gewachst, nun erst fühle ich mich ein guter Sänger“ oder „Schön heute Weihnachtsmarkt. Viele gute frische Luft. Dafür wir uns bedanken mit Song“ (es folgt „A Little Respect“). Man will ihn sofort mit nachhause nehmen. Großartig indes seine Gesangsleistung, Andy Bell trifft die Höhen heutzutage kehlig-kerniger als dereinst, aber – er trifft sie, und das mit charmanter Leichtigkeit.

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