Interview mit Nino De Angelo

„Ich hätte diesen Schritt schon viel früher gehen sollen“

Mit „Meisterwerke – Lieder meines Lebens“ (Starwatch/Sony Music) ist soeben ein Album erschienen, auf dem Nino De Angelo zwischen einem intimen Rückblick und einer persönlichen Neuorientierung changierend, zwölf Schätze aus dem Fundus deutschsprachiger Pophistorie neu interpretiert. Neben dem Aufgriff von aktuellen Top-Acts wie Silbermond oder Xavier Naidoo besticht das Album mit seinen erlesenen Versionen von Klassikern: Udo Jürgens, Karat, Achim Reichel oder Joachim Witt, dessen „Goldener Reiter“ den einfühlsam eingesungenen Reigen einleitet. Im Interview erläutert Nino De Angelo die Gründe für seine Songauswahl. Und wirft einen Blick zurück auf ein außergewöhnlich bewegtes Leben, in dem auch Drafi Deutscher, Dieter Bohlen oder der Eurovision Song Contest eine Rolle spielten.

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Nino De Angelo: "Meisterwerke - Lieder meines Lebens" (Starwatch/Sony Music)

Nino De Angelo: „Meisterwerke – Lieder meines Lebens“ (Starwatch/Sony Music)

amusio: „Bevor wir auf Dein neues Album ,Meisterwerke‘ zu sprechen kommen: Würdest Du heute nochmals einen Titel einspielen, wenn Du wüsstest, dass er Deine weitere Karriere, wenn nicht gar Dein weiteres Leben, noch einmal so determinieren würde wie ,Jenseits von Eden‘?

Nino De Angelo: „Ich konnte damals nicht ahnen, was ,Jenseits von Eden‘ mit mir machen würde. Aber ich wusste sofort, dass es sich um einen großen und ausgewöhnlichen Song handelt. Einen Song von dieser besonderen Qualität würde ich natürlich wieder singen wollen, unabhängig davon, ob er sich zum Millionenseller und Evergreen entwickelt oder nicht. Dagegen sage ich nein zu Schlagern, die nur Erfolg versprechen, aber weder musikalisch noch inhaltlich taugen. Da hat es schon so manche Grundsatzdiskussion gegeben, aber wenn ein Lied meine Stimme nicht braucht, dann lasse ich die Finger davon. Für mich muss ein Song eine gewisse Tiefe besitzen. Und über die verfügt ,Jenseits von Eden‘ ganz bestimmt.“

amusio: „Und hat bis zum heutigen Tag nichts von seiner Sonderstellung in der deutschen Schlager- und Popgeschichte eingebüßt…“

Nino De Angelo: „Absolut. Das Problem ist nur, dass ein Song wie ,Jenseits von Eden‘ die Messlatte immens hoch gelegt hat. In einem Bandgefüge entwickelt man sich gemeinsam weiter und kann sich idealerweise immer wieder selbst übertreffen. Da hat man es dann als Solokünstler schwerer. Drafi Deutscher wäre für mich aber der perfekte Spannmann und Songschreiber gewesen. Er hat ja so viele Hits geschrieben, leider nicht ausschließlich für Nino De Angelo. Damals haben meine Produzenten leider nur zwei Songs von ihm für mich ausgesucht. Und ihn dann quasi hängenlassen. Das hat er mir in einer ruhigen Stunde mal erzählt, sehr bedauerlich.“

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